Joseph Servan

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Servan (J) Ingenieur-Offizier, trat der Revolution bey, und wurde Oberst eines Regiments der Nationalgarde, welche im Solde des Stadt Paris stand, sodann Feldmarschall, und endlich im May 1792 Kriegsminister an Graves Stelle; weil aber der König mit seiner Handlungsweise unzufrieden war, nahm er ihm den 12. Juny das Portefeuille wieder, und die Versammlung bezeugte Servan ihr Bedauern darüber. Er wurde in dem Lager von Soissons angestellt, und den 11. August übergab ihm die Versammlung des Kriegsministerium wieder. Im September zeigte er bey dem Einrücken der Alliirten in die Champagne viele Unentschlossenheit; und die Verlegenheiten und Widersprüche, die sich ihm allenthalben in Weg stellten, veranlaßten ihn, den 14. October seine Entlassung zu nehmen; worauf man ihm alsobald das Oberkommando von der Armee der Westpyrenäen anvertraute.

Den 19. Aprill 1793 beschuldigte ihn Robespierre des Einverständnisses mit Dümouriez und der Gironde; die Volksgesellschaft von Bajonne aber übernahm seine Vertheidigung und rechtfertigte ihn. Da ihn aber den 14. July neue Anschuldigungen von Chabot trafen, verließ er das Kommando vor dem Schlage, der ihn bedrohte, wurde bald darauf am Rhein arretirt, vor eine Militär-Kommission nach Lyon geführt und nachher in die Gefängnisse der Abtey gebracht.

Nachdem er während der Terroristen-Regierung in eine glückliche Vergessenheit gerathen war, erhielt er 1795 seine Freyheit, sein Vermögen, seine würde und seine Besoldung wieder.

Im September 1799 wurde er zum Generalinspector der Truppen in Süden ernannt, und unter der Konsularregierung ward er Präsident des Musterungsausschusses und Kommandant der Ehrenlegion.


Quellen und Literatur.

  • Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811. In Commission bey Peter Hammer.