Joseph Souham

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Souham, (Joseph),

Soldat im Regiment Royal -- Kavallerie vom J. 1782 bis 87; Chef des 2ten Bataillons von Korreze; Brigade-General im J. 1793; Divisions-General den 13ten September 1793.

Hat immer bei der Avantgarde gedient, und führt seine Division sehr gut an.


Souham.

Souham, Divisionsgeneral in Diensten der französischen Republik, geboren zu Tülle 1761, diente als gemeiner Kavallerist von 1781 bis 1787.

Seine riesenmässige Länge (er hat 6 Fuß 2 Zoll) seine ungeheure Stärke, bewährte persönliche Tapferkeit, eine gesunde Urtheilskraft, viel natürlicher Verstand, obgleich entblößt von allen Kenntnissen, gaben ihm zu Anfange der Revolution einen gewissen Einfluß in seinem Lande und beförderten ihn damals schnell zu den ersten militärischen Würden.

1793 wurde er bey der Armee Pichegrüs angestellt und diente dabey mit Auszeichnung. Seine Kolonne hatte damals den Ruf, niemals geschlagen worden seyn; ausser einer grossen Anzahl anderer Gelegenheiten, wo er sich hervorthat, hatte man ihm den Sieg von Mont-Cassel, die Einnahme von Courtray, die bey Moëscroen, bey Hooglède und Pufflech erhaltenen Vortheile grossentheils zu verdanken. Die Volksrepräsentanten, über die wenige Achtung, die er ihnen bezeigte, verdrießlich, verlangten, um sich zu rächen, daß man ihm den Angriff von Nimwegen, der als äusserst schwierig angesehen wurde, übertrüge, er war aber glücklich genug, daß ihm die Unternehmung gelang, und den 8. November 1794 fiel der Platz in seine Hände.

Er fuhr mit gleicher Eifer zu dienen fort, wurde im September 1796 zum Oberkommandanten der vereinigten Departemente ernannt, kam nachher zur Rheinarmee, und diente noch 1800 mit Erfolg unter Moreau.

1804 befand er sich in die Angelegenheit dieses Generals verwickelt, wurde in Tempel gesetzt, nach einigen Monaten aber wieder frey gelassen. Er ist Offizier der Ehrenlegion.


Divisions-General Graf Souham.

Chef der Avantgarde des Observations-Corps am Rhein.


Souham ist zu Tulle in Frankreich 1761 geboren. Im zwanzigsten Jahre trat er als gemeiner Dragoner in Militär-Dienste, wo er es bis 1787 zum Sergeant-Major (Wachtmeister) brachte, und somit als Bürgerlicher vor der Revolution die Höchste Stufe erstiegen hatte.

Bey dem Ausbruche der Revolution machte ihn schon seine riesenmäßige Größe (6 Schuh 2 Zoll), noch mehr aber seine ungeheure Stärke, seine erprobte Tapferkeit und seine ansprechenden Natur-Talente als den kühnsten Mann bemerkbar. Die Schranken, die ihn so lange an den Stand eines Unter-Officiers fesselten, waren niedergestürzt; das, was ihm an gelehrter Erziehung für höhere Chargen fehlte, ersetzte sein imponirendes Aeußere, seine im Militär-Dienste gereifte Urtheilskraft. Man stellte ihn daher gleich 1793 als Brigade-General bey der Nord-Armee an, wo er sich einige Tage nach seinem Eintreffen bey der Forcirung des feindlichen Lagers vor Dünkirchen und bey der Vertheidigung dieser Stadt dergestalt auszeichnete, daß er wenige Monathe nach seiner Ernennung zum Brigade-General, nämlich schon am 13. September 1793, zum Divisions-General ernannt wurde.

Einige Tage nach dieser Beförderung erhielt er das Commando der Armee von Lille. Mit Blitzesschnelle nahm er die Posten von Comines, Warneton, Warwick, Boucq, Halsum und Menin, so wie jene von Lannoy und Roubaix. Während dessen Moreau Ypern belagerte, commandirte Souham das Observations-Corps der Belagerungs-Armee; er bestand siegreich drey der heftigsten Treffen, wovon besonders jenes von Hoogloeden erwähnt zu werden verdient, welches den Fall von Ypern herbey führte.

Nach der Einnahme von Herzogenbusch (Bois-le-Duc) zeichnete er sich mit seinem Corps im October 1794 in mehreren Gefechten glänzend aus. Nun erhielt Souham das Commando des Angriffs Corps auf Nymwegen. Man sagt, die Volks-Repräsentanten wären über die Geringschätzung, mit der sie Souham zu behandeln pflegte, aufgebracht gewesen, und hätten ihm in der Meinung, daß der Angriff auf Nymwegen großen Schwierigkeiten unterliege, aus Rachsucht besagtes Commando übertragen. Die Herren irrten sich aber gewaltig! Denn die Engländer, durch einige erlittene Unfälle gewitziget, verließen schon in der zweyten Nacht nach der Einschließung von Nymwegen die Stadt, und zogen sich auf das rechte Ufer des Vahals zurück, indem sie ihre Schiffbrücke verbrannten, und so die wenigen Holländer, welche als Besatzung der Stadt zurück gelassen waren, ihrem Schicksale überließen. Diese capitulirten auch auf die erste Aufforderung, und am 8. November 1794 sah sich schon Souham ohne bedeutende Anstrengungen im Besitze dieses wichtigen Platzes.

Im Jahre 1795 commandirte er bey der Nord-Armee eine Division; 1796 wurde er im gleichen Commando zur Armee von Mainz, und 1798 zur Donau-Armee übersetzt. Hier theilte er mit manchem anderen im Revolutions-Kriege berühmten General das gleiche Schicksal: er ward bey dem Directorium angeklagt, und hierauf ohne weitere Untersuchung seiner Stelle entsetzt. Er eilte nach Paris, und vertheidigte sich so gut, daß er bereits im Junius 1799 das Commando eines Corps von 30,000 Mann erhielt, das den rechten Flügel der Französischen Armee in der Schweiz bilden sollte; er verfügte sich deßwegen nach Basel. Gegen Ende des Jahres 1799 übertrug man ihm das Commando einer Division, welche die Bestimmung hatte, das linke Rhein-Ufer bis Laufenburg zu decken. Späterhin commandirten er und General Desenfants zu Kehl. Im April 1800 machte er mit seiner Division die Angriffe auf das Corps der Generale Merveldt und Giulay, und hatte den wesentlichsten Antheil an dem für die Franzosen so siegreichen Gefechte bey Delmesingen. Souham folgte dann mit seiner Division der Rheinarmee an der Inn, zeichnete sich durch die treffliche Stellung, die er an der Altmühl behauptete, aus, und nahm dann Regensburg. Nach dem Lüneviller Frieden erhielt er das Commando über die zwanzigste Militär-Division (Hauptquartier Perigueux), welches er einige Zeit hatte, in der Folge aber in Ruhestand gesetzt wurde.

Im Jahre 1804 ward er als Anhänger Moreau's in den Tempel gesetzt, wo er einige Monathe blieb, dann aber frey gelassen wurde. Er erhielt hierauf wieder die Anstellung als activer Divisions-General und die Ernennung zum Officier der Ehren-Legion. Im Jahre 1808 wurde er in den Grafenstand erhoben, und commandirte dann eine Division in Spanien, mit der er sich im November 1812 bey Bourges gegen die Engländer hervor trat. Im Eingange von 1813 erhielt er das Commando der Avantgarde des Observations-Corps am Rhein.


Quellen und Literatur.

  • Vollständige Rangliste aller Generale und General-Adjutanten in den Armeen der französischen Republik. 1796.
  • Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811. In Commission bey Peter Hammer.
  • A.F. Rittgräff. Die Helden des Tages, oder biographische Notizen über die hervorstechendsten Personen der gegenwärtigen Zeitverhältnisse. Berlin 1813.