Karl Heinrich von Nassau-Siegen

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Nassau-Siegen (Prinz von) war anfangs in königlichen französischen Diensten angestellt und zeichnete sich bey der Belagerung von Gibraltar aus, wo er die schwimmenden Batterien kommandirte. Der König von Spanien gab ihm zur Belohnung 3 Millionen an Schiffsladung. Er ging hierauf in russische Dienste, wurde an die Spitze der russischen Flotille gestellt und griff mit der größten Verwegenheit im Jahre 1788 mit Galeeren und platten Fahrzeugen die Flotte des Kapitain-Pascha an, bemächtigte sich einiger Kriegsschiffe, steckte die übrigen in Brand und richtete die ganze Armee zu Grunde.

Bey seiner Rückkunft sandte ihn Katharina II. nach Wien, Versailles und Madrid, um diese drey Höfe von der Ansichten Friedrich Wilhelms auf Thorn und einen Theil von Pohlen zu unterrichten und sie zu bewegen, daß sie die Unverletzlichkeit dieser Republik, in der er das Indigenat erhalten und eine sehr reiche Heirath gethan hatte, garantiren möchten.

1790 schlug er anfangs an der Spitze der russischen Flotte die schwedische Flottille und schloß sie in den Meerbusen von Viburg ein; aber in dem Augenblicke, wo er Gustav III. ohne Hülfe und auf dem Punkte glaubte, seine Schiffe und Freyheit zu verlieren, wurde er von demselben angegriffen, sah seine Linie gesprengt, seine Galeeren vernichtet, und verlor 44 Fahrzeuge.

Nach Katharinens Tode ließ ihm Paul I., so wenig er ihn auch schätzte, seine Pension, und seitdem befindet sich der Prinz fortwährend auf Reisen.


Quellen und Literatur.

  • Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811. In Commission bey Peter Hammer.