Karl XIII. (Schweden)

From NapoleonWiki
Jump to: navigation, search

Carl XIII., König von Schweden, geb. den 7ten Oct. 1748, zweiter Sohn des Königs Adolph Friedrich und der Schwester Friedrichs des Großen, Luise Ulrike.

Bei der Geburt schon zum Großadmiral von Schweden ernannt, richtete sich seine ganze Erziehung vorzüglich auf Erlernung des Seewesens, weswegen er auch mehrere Kreuzzüge im Cattegt mitmachte. 1765 wurde er Ehrenpräsident der Societät der Wissenschaften zu Upsala.

1770 trat er seine große Reise über Holland nach den Niederlanden und Frankreich durch Deutschland nach Reußen an. Der Tod Adolph Friedrichs und die Thronbesteigung Gustav III. rief ihn eiligst nach Schweden zurück, wo er an der großen Revolution bedeutenden Antheil nahm, und von seinem Bruder mit der wichtigen Stelle eines Generalgouverneurs von Stockholm beehrt wurde.

1772 wurde er zum Herzog von Südermanland ernannt; er vermählte sich 1774 mit Hedwig Elisabeth Charlotte, Prinzessin von Holstein-Gottorp.

In dem Kriege mit Rußland 1788 erhielt er das Obercommando über die Flotte, schlug die Russen im finnischen Busen, und führte in der gefährlichsten Jahreszeit seine Flotte in den Hafen von Carlscrona glücklich zurück, wornach er zum Generalgouverneur von Finnland ernannt wurde, und das Prärogativ, Trabanten als Garde zu haben, erhielt.

Nach der Ermordung Gustavs III. 1792 trat er an die Spitze der Regentschaft und erhielt zu Schwedens Glück den Frieden mit allen Staaten, während er sich mit Dänemark verband, um die Schiffahrt in den nordischen Meeren zu schützen. Während seiner Regentschaft gründete er das berühmte Museum und die Militärakademie für 200 Zöglinge und erwarb sich allgemeine Achtung und Liebe im Reiche.

1796 trat er die Regierung an den nun mündig gewordenen Gustav Adolph IV. ab, und zog sich als Privatmann auf sein Schloß Rosersberg zurück. Er verließ diese Einsamkeit nicht wieder, als nach der Revolution, welche 1809 Gustav Adolph IV. vom Throne stürzte, und ihn dafür als Reichsverweser, und einige Monate Später (20sten Juni 1809) als König von Schweden an die Spitze des Staates in der gefahrvollsten Lage stellte.

Der Friede mit Frankreich und Rußland verlieh die so nöthige Ruhe zur Erholung von bedeutenden Verlusten und Vollendung der Verfassung. Mit offenen Armen nahm er den französischen Reichsmarschall Bernadotte, als von den Ständen ihm erwählten Sohn und Thronfolger auf, und lebte mit ihm und dessen hoffnungsvollen Sohne Oscar im freundschaftlichsten Einverständniß. Sein kluges Benehmen in den letzten verhängnißvollen Jahren verschaffte Schweden die Erwerbung von Norwegen eine schöne Entschädigung für Finnland.

Obgleich unter den Großen sich mancher in seinen Hoffnungen mochte betrogen haben, und daher hie und da unruhiges Gemurmel sich hören ließ, so besaß Carl XIII. doch die Liebe seines Volks und sein Tod, der im Febr. 1818 erfolgte, erregte allgemeine Trauer.


Quellen und Literatur.

  • Conversations-Lexicon oder encyclopädisches Handwörterbuch für gebildete Stände. Stuttgart bei A. F. Macklot. 1816.