Karl XIV. Johann (Schweden)

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Bernadotte.

Biographien

Bernadotte, Fürst von Ponte corvo.

Bernadotte Fürst von Ponte corvo, gebohren zu Pau in Bearn, war bey dem Ausbruche der Revolution Feldwebel im Regiment Royal-Marine, wo Merle d'Ambert sich als Obrist befand. Seine Talente, seine Thätigkeit und sein Muth verschafften ihm ein schnelles Avancement. Er kommandirte eine Halbbrigade, als Kleber ihn auszeichnete, bey verschiedenen Expeditionen anstellte, zum Brigadegeneral ernennen ließ und bald für ihn das Kommando einer Division der Sambre- und Maasarmee erhielt, an deren Spitze sich Bernadotte bey der Schlacht von Fleurus 1794 befand.

Den 2ten July 1795 half er den Rheinübergang bey Neuwied bewerkstelligen, und im Laufe des Monaths August bemeisterte er sich der Stadt Altorf. Den 22sten August wurde seine Division, die ihre Stellung über Neumark hinausgenommen hatte, so wie die ganze Armee unter Jourdan, zurückgeschlagen. Bernadotte zeichnete sich bey diesem Rückzuge in dem Kommando der Arrieregarde aus.

1796 gieng er zur Armee in Italien und theilte den Ruhm der Expedition vom Tagliamento. Kurz darauf nahm er Palma Nova, Lamina, Caporetto xc.

Zur Epoche, die dem 18ten Fructidor vorangieng, unterzeichnete Bernadotte, im Nahmen seiner Division, eine Addresse gegen die Parthey, welche am 18ten Fructidor unterlag. Kurz vorher hatte er Ant..igues, der bey der russischen Gesandtschaft in Venedig angestellt war, arretiren und seine Korrespondenz ergreifen lassen. Der General Bonaparte schickte ihn hierauf nach Paris, dem Direktorium die zu Peschiera, nach der Schlacht von Rivoli gewonnenen Fahnen zu überbringen.

Gegen Ende des September 1797 zum Kommandanten von Marseille ernannt, zog er vor, an die Spitze seiner Division zurückzukehren.

Den 18ten Januar 1798 ward er zum Bothschafter in Wien ernannt. Den 13. April ließ er vor seinem Pallast die dreifarbige Fahne pflanzen: es entstand darüber ein Volksauflauf und Bernadotte verließ Wien alsbald darnach.

Zu Ende August 1798 heirathete Bernadotte Mademois. Clary, Tochter eines Kaufmanns und Schwester der jetzigen Königin von Spanien, die anfangs dem General Düphot bestimmt gewesen, der zu Rom in einem Volksauflaufe umkam.

1799 hatte Bernadotte den Oberbefehl einer Beobachtungsarmee, ließ Philippsburg bombardiren und die Emigranten aus Frankfurt verjagen.

Nach der Art von Revolution am 30sten Prair. (19ten May 1799), die Merlin, Treilhard und Lareveillère aus dem Direktorium stieß, wurde Bernadotte zum Kriegsminister ernannt und gab, Trotz der Unfälle bey den Armeen und der Verwirrung eines zerrütteten Gouvernements, diesem Departement einen neuen Belebungsstoß. Seine Verbindung mit einigen Demokraten beunruhigte aber die Direktoren und er wurde durch Millet-Müreau abgelößt, und doch drang diese Parthey nachher vergebens in ihn, sich zu erklären und die Plane, welche man Sieyes zuschrieb, scheitern zu machen.

Er zog sich in die Ruhe zurück und ward nach dem 18ten Brümaire zum Staatsrath und darauf zum Obergeneral der Westarmee ernannt. Er zerstreute die Reste der Chouans bey mehreren Gelegenheiten, wo er sie traf, und verhinderte den 6ten Juny 1800 eine Landung der Engländer zu Quiberon.

Im folgenden Jahre übergab er das Kommando dem General Laborde, indem seine Gesundheit auf eine bedenkliche Weise abnahm und eine Art Schwindsucht ihn aufzureiben schien.

Nach seiner Wiederherstellung erwarb er sich immer mehr und mehr die Achtung des ersten Konsuls und ward nach dessen Thronbesteigung zum Reichsmarschall erhoben.

Im Juny 1804 wurde ihm das Kommando in Hannover angetragen, und er zum Chef der 8. Cohorte der Ehrenlegion ernannt.

1805 überschickte ihm der König von Preussen den schwarzen und rothen Adlerorden, so wie der Churfürst von Bayern den St. Hubertsorden.

Gegen Ende des Septembers 1805 verließ der Marschall Bernadotte, mit dem größten Theile seiner Armee Hannover, gieng durch Hessen und vereinigte sich zu Würzburg mit den Bayern, die er nach der Schlacht von Ulm in ihre Hauptstadt zurückführte, von wo aus er sich gegen die Iller und von da gegen die Russen wendete. In der Schlacht von Austerlitz kommandirte er das Centrum der französischen Armee.

Ein kaiserliches Dekret vom 5ten Januar 1806 erhob ihn zum Fürsten und Herzog von Pontecorvo.

Bey der Schlacht vom 14. Okt. 1806 kommandirte er nebst dem Marschall Davoust den rechten Flügel der französischen Armee bey Auerstädt, verfolgte hierauf den preussischen General Prinzen Eugen von Würtemberg bis Halle, eroberte diese Stadt, zog sich sodann längs der Elbe nach der Seeküste zu und lieferte, in Verbindung mit dem Großherzog von Berg und dem Marschall Soult, dem preussischen General Blücher die blutige Schlacht bey Lübeck. Am 16ten Januar 1807 lieferte er den Russen das Treffen von Mohrungen. Von der Theilnahme an der entscheidenden Schlacht bey Friedland wurde er durch eine Wunde abgehalten, die er den 5. Juny in dem Gefechte bey Spangen erhalten hatte. Nach dem Tilsiter Frieden erhielt er das Kommando in den Hanseestädten und war Chef der Truppen, die in diesen Gegenden in Verbindung mit den Dänen standen.

Nach dem Wiederausbruch des Krieges mit Oesterreich 1809 gieng er nach Sachsen und übernahm dort das Kommando eines Korps, mit dem er bis an die Donau herabrückte.


Quellen und Literatur.

  • Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811. In Commission bey Peter Hammer.