Konstantin Karl d'Aspre

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Aspre (Konstantin Baron von), österreichischer Feldmarschallieutenant, geborner Niederländer, vor der Brabanter Revolution 1789 und 90 Kapitain bey dem Regiment de Ligne Infanterie.

Schon hatte er sich bey mehreren Gelegenheiten ausgezeichnet, als er sich nach Limburg begab, um daselbst zu Gunsten Oesterreichs ein Aufgebot in Masse zu organisiren. Von der Natur mit allen Eigenschaften ausgestattet, an der Spitze einer Parthey zu stehen, thätig, unternehmend, gesprächig, seiner und der Sprache mächtig, um das Volk hinzureissen, erreichte er seinen Zweck vollkommen, bewaffnete die Limburger gegen die Patrioten, schlug diese augenblicklich und trieb sie aus dieser Provinz.

Bey ihrer Durchreise durch Limburg empfiengen die Gouvernantin Christine und ihr Gemahl, der Herzog Albert, den Baron Aspre auf die schmeichelhafteste Weise. Er erhielt um eben diese Zeit das Maria Theresien Kreuz und wurde im Dezember 1790 mit seinem Limburgischen und einem östreichischen Korps nach Lüttich beordert, um die daselbst ausgebrochnen Unruhen zu dämpfen.

Er that sich in mehreren Affairen bei Eröffnung des Feldzugs 1792 gegen die Franzosen hervor und hatte im September 1793 an dem Waffenglück der Kaiserlichen bey Lille vielen Antheil. In dem Gefechte vom 10ten May 1793 führte er eine Richtung des Angriffs gegen den Hansoner Wald an, wo der General Clerfait, der die ganze Operation kommandirte, nach einem mörderischen Kampfe die Franzosen in die Flucht schlug. Clerfait rühmte insonderheit die Tapferkeit des Baron von Aspre.

1796 stand er bey der Armee des General Latour als Obristlieutenant und ward gegen Ende des Feldzugs verwundet.

Er erhielt darauf seine Anstellung als Generalmajor bey der Armee in Italien, machte den Feldzug von 1799 und leiste daselbst wichtige Dienste.

Durch den Frieden war es ihm gestattet, sein ehemahliges Vaterland, das jetzt zur französischen Republik geschlagen war, zu besuchen. Er hielt sich einige Zeit zu Brüssel auf; wurde in dem Feldzuge 1805 von neuem angestellt, gerieth aber gleich bey Eröfnung desselben in dem Gefechte bey Günzburg in Gefangenschaft und wurde erst nach dem Frieden von Preßburg wieder in Freyheit gesetzt.

Im Jahre 1809 ward er zum Feldmarschallieutenant erhoben.


Quellen und Literatur.

  • Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811. In Commission bey Peter Hammer.