Laurent Lecointre

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Lecointre (L.), Leinwandhändler zu Versailles, erhielt 1789 das Kommando der Nationalgarde von Versailles unter Estaing, und gab eine der Hauptveranlaßungen zu den Ereignißen den 5. und 6. October durch die Erbitterung, mit der er die Vereinigung der Leibwachen, welche alsdann zum Vorwande jenes Angriffs auf das Schloß diente, bekannt machte. Hierauf präsidirte er das Seine- und Oise-Departement, ward Mitglied der Gesetzgebung und denunzirte den 11. Dezember. 1791 die ehemalige Munizipalität von Versailles.

Lecointre betrat überhaupt die Karriere der Denunzianten und verfolgte dieselbe in den Jahren 1791 und 92 mit ganzen Eifer.

Nach dem 10. August 1792 wurde er in das Departement der Nieder-Seine gesandt, um die Revolution jenes Tages sicher zu stellen, und verfolgte alle Verdächtige und Priester.

Bey seiner Rückkehr trat er in den Konvent, und drang den 12. August 1793 auf die Beschleunigung des Prozeßes der Königinn.

Nach Robespierres Fall erklärte er sich als Feind der Mitschuldigen dieses Tyrannen. In Folge des wiederholten Jakobineraufstandes gegen den Konvent vom 1. April und 21. May 1795, worein er mit verwickelt war, ward sein Arrest dekretirt, jedoch durch die folgende Amnestie wieder aufgehoben.

Bey der Annahme der Konsularkonstitution war er der einzige Einwohner von Versailles, der sich mit Nein unterschrieb, zu dem er eine lange Auseinandersetzung seiner Beweggründe fügte. Er wurde kurze Zeit darauf einige Monate ins Exil verwiesen und starb 1805.

Quellen und Literatur

  • Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811. In Commission bey Peter Hammer.