Laurent Truguet

From NapoleonWiki
Jump to: navigation, search

Truguet, Sohn eines Hauptmanns vom Hafen zu Toulon, war anfangs Seekadet, kommandirte hierauf das Schiff, welches Herrn von Choisseul Gouffier nach Konstantinopel brachte, und wurde von diesem Botschafter beauftragt um den Vertrag mir den ägyptischen Beys zu erneuern.

1792 war er zu Toulon als Kontreadmiral angestellt und lief im September aus diesem Hafen mit einen Geschwader aus, das eine Expedition des General Anselm auf Niza decken sollte.

Im Oktober erschien er vor Oneille, und sandte Parlamentäre ab, die von den Bauern ermordet wurden. Truguet verlangte damals die Auslieferung von Priestern, die er für die Urheber dieser Gewaltthat ansah, und drohte im Weigerungsfall, das Land zu verheeren, richtete aber nichts aus, und in Folge der Verletzung des Völkerrechts wurde wenige Zeit darauf die unglückliche Stadt Oneille der Plünderung preis gegeben.

Im Dezember kommandirte er eine Abtheilung der Flotte, welche der Admiral Latouche vor Neapel führte.

Zu Anfange 1793 ging er mit einem Geschwader von 26 Fahrzeugen in See, bemächtigte sich der St. Petersinsel, bombardirte Cagliari und versuchte eine Landung; allein er wurde zurückgeschlagen, verlor zwey Fahrzeuge durch einen Sturm und seine übrige Flotte wurde äusserst beschädigt. Diese Expedition veranlasste darauf schwerere Beschuldigungen gegen ihn, die aber doch von keinen Folgen waren.

Nachdem er die Schreckensregierung überlebt hatte, ernannte ihn das Direktorium zu Ende 1795 zum Minister des Seewesens.

Seine Grundsätze und seine Administration wurden aber so angefeindet, dass er wenige Tage vor dem 18. Fructidor abging und zum Gesandten in Madrid ernannt wurde, wo man ihm den schmeichelhaftesten Empfang schenkte; da er später nicht auf der Stelle dem Befehle des Direktoriums, das ihn zurückberief, nachkam, wurde er auf die Emigrantenliste gesetzt.

Nach der Revolution vom 30. Prairial 8 (19. Juny 1799 ward er von dieser Liste wieder ausgestrichen, erschien in der Hauptstadt wieder und trat nach dem 18. Brümaire in den Staatsrath, für das Seedepartement.

Im September 1803 wurde er zum Kommando der Eskadre von Brest ernannt und blieb in diesem Hafen bis zu Napoleons Thronbesteigung. Seitdem ist er ausser Thätigkeit, mit dem Titel eines Vizeadmirals.

Quellen und Literatur

  • Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811. In Commission bey Peter Hammer.