Laurent de Gouvion Saint-Cyr

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Gouvion Saint-Cyr, (Lorenz), -- Trat im J. 1792 in Kriegsdienste; ist alle Grade des Generalstaabs durchgegangen; Divisions-General den 16ten Jun. 1794.

Sehr guter Offizier; er hat sich durch seine Thätigkeit, seine Tapferkeit und seine Talente ausgezeichnet.


Gouvion-St.-Cyr.

St. Cyr.

Gouvion-St.-Cyr, Divisionsgeneral, Staatsrath, gewesener Bothschafter zu Madrid, Generalobrister der Kuirassiere, Großoffizier der Ehrenlegion u. s. w. hatte sich schon in den italienischen Feldzügen von 1793 und 94 ausgezeichnet. Als ein Aufstand der Armee 1798 Massena nöthigte, Rom zu verlassen, übernahm Gouvion das Kommando und ließ mehrere Anstifter der Widersetzlichkeit arretiren.

Seine einfache Lebensart in dem Kommando war bemerkenswerth. Das Direktorium setzte ihn 1799 zwar ab, doch kam er durch den ersten Konsul alsobald wieder in Thätigkeit.

Gegen Ende 1801 wurde er in den Staatsrath für das Kriegsdepartement berufen.

Im May 1803 erhielt er von neuem das Kommando der französischen Armee in Italien und stand lange in den neapolitanischen Staaten bis zum September 1805, wo Frankreich den Neutralitätsvertrag mit Neapel abschloß.

Zu Ende 1805 kommandirte er unter Massena, trug zur Niederlage der Generale Jellachich und Rohan bey und wurde zu Anfange 1806 in das südliche Italien zur Einnahme des Königreichs Neapel geschickt. Dann ward er Oberbefehlshaber des Lagers von Boulogne und nun kommandirt er eine Division in Spanien.


Gouvion St. Cyr.

Gouvion St. Cyr, französischer Reichsmarschall, Staatsrath, vormaliger Botschafter zu Madrid, Generaloberster der Kuirassiere, Großofficier der Ehrenlegion u. s. w.

Gouvion hatte sich schon in den Italienischen Feldzügen von 1793 und 1794 ausgezeichnet. Als ein Aufstand der Armee 1798 Massena nöthigte, Rom zu verlassen, übernahm Gouvion das Kommando und stellte durch zweckmäßige Maßregeln die Ordnung wieder her.

Seine einfache Lebensart in dem Kommando war bemerkenswerth. Das Direktorium setzte ihn zwar 1799 ab, doch kam er durch den ersten Consul sogleich wieder in Thätigkeit.

Gegen Ende des J. 1801 wurde er in den Staatsrath für das Kriegsdepartement berufen, erhielt im Mai 1803 von neuem das Kommando der französischen Armee in Italien, und stand bis zum September 1805 in den Neapolitanischen Staaten, zu welcher Zeit Frankreich den Neutralitätsvertrag mit Neapel abschloß.

Zu Ende des Jahrs 1805 kommandirte er unter Massena, trug zur Niederlage der Generale Jellachich und Rohan bei, und wurde zu Anfang des Jahrs 1806 in das südliche Italien zur Einnahme des Königreiche Neapel beordet.

Darauf ward er Oberbefehlshaber des Lagers von Boulogne, kommandirte sodann eine Division in Spanien, befand sich 1812 bei der Armee in Rußland, wo er dem Fürsten Wittgenstein gegenüberstand, war nachher bei den Ueberresten des Heeres unter dem Vicekönig von Italien, und befehligte in dem letzten Napoleonschen Feldzug von 1813 das 14te französische Armeekorps, mit welchem er nach dem Waffenstillstand im Lager bei Königstein stand, und zu verschiedenen Zügen gegen Böhmen gebraucht ward.

Als am 6. Oct Napoleon seine Hauptarmee in die Gegend von Leipzig führte, blieb St. Cyr als Gouverneur in Dresden, welches er den 12. Nov. an den österreichischen General Grafen Klenau durch Capitulation übergab. Da der letztere aber ohne Ratihabition der alliirten Mächte gehandelt hatte, so ward St. Cyr, weil die Capitulation nicht genehmigt wurde, freigestellt, ob er wieder in die Festung zurück, oder als Gefangener nach Böhmen gehen wolle. Er wählte das Letztere.

Nach dem Frieden ging er wieder nach Frankreich zurück. Als er 1814 nach Paris zurück kam, ward er Pair und Commandeur des Ludwigsordens. 1815 folgte er dem Könige, der ihn dann nach seiner Rückkehr zum Kriegsminister ernannte, was er aber nur bis Ende Septembers d. J. blieb, und dann in den Staatsrath eintrat.

Im Anfange des J. 1816 erhielt er die Gouverneursstelle der 5ten Militär-Division in Strasburg.


Quellen und Literatur.

  • Vollständige Rangliste aller Generale und General-Adjutanten in den Armeen der französischen Republik. 1796.
  • Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811. In Commission bey Peter Hammer.
  • Conversations-Lexicon oder encyclopädisches Handwörterbuch für gebildete Stände. Stuttgart bei A. F. Macklot. 1816.