Levin von Geusau

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Geusau, (Levin von) preussischer Generallieutenant und Generalquartiermeister, ein geborner Thüringer, gehörte in seiner Jugend zu den wackersten Offizieren.

Er ließ sich in dem Regiment Kreuzen anstellen, und kämpfte den ganzen siebenjährigen Krieg hindurch für Friedrichs Ruhm mit einer Anstrengung, welche nicht unbemerkt blieb.

Nach dem Frieden wurde er wegen seiner Kenntnisse in die Suite Friedrichs des Zweyten aufgenommen, und arbeitete nun mit Hartefeld, Knoblauch und mehrern andern Freunden als Mitarbeiter an der alten deutschen Bibliothek der militärischen Wissenschaften. Nur das Ingenieurwesen vernachlässigte Geusau.

Nach Friedrichs II. Tode wurde er von dessen Nachfolger zum Obersten und Generaladjutanten der Infanterie ernannt. Wie angemessen ihm dieser Wirkungskreis nun auch, an und für sich, seyn mochte, so wurde er dessen, in seinen Verhältnissen mit Bischoffswerder, doch sehr bald überdrüssig.

Friedrich Wilhelm II. machte ihn zu Anfange des Jahres 1796 zum Generallieutenant. Nun trat er das Militär-Departement dem Generallieutenant von Kannewurf ab, und erhielt die Stelle eines Generalquartiermeisters von der Armee und eines Generalinspektors des sämmtlichen Festungen in den königlichen Staaten; ein Posten, auf welchem er sich bis zum preussisch-französischen Kriege 1806 behauptete.

Bey dem Ausbruche dieses Krieges war er ein Greis von 71 Jahren. Auf seinen Schultern ruhten nicht blos die sehr verwickelten Geschäfte eines Generalquartiermeisters, sondern auch das ganze sogenannte Ingenieurdepartement.

Seine Geschäfte als Generalquartiermeister würden weniger verwickelt gewesen seyn, wenn man bereitwilliger gewesen wäre, die seit dem Jahre 1802 gemachten Vorschläge zu einer bessern Einrichtung des Generalstaabes anzunehmen.


Quellen und Literatur.

  • Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811. In Commission bey Peter Hammer.