Louis-François-Bertrand du Pont d'Aubevoye de Lauberdière

From NapoleonWiki
Jump to: navigation, search

Louis François Bertrand du Pontenbevoye, Comte de Lauberdière, General-Lieutenant. geb. den 28. Oct. 1759 zu Bocé bei Baugé, im Departement des Maine und der Loire.

Aus einer alten adeligen Familie entsprossen, trat Lauberdière 1773 in die Militärschule zu Paris, wurde 3 Jahre darauf Offizier in dem Infanterieregiment Saintonge und 1780 als Cavalleriecapitän Adjutant seines Oheims, des nachherigen Marschalls von Rochambeau, mit dessen Armee er die vier amerikanischen Feldzüge von 1780 bis 1783 mitmachte. Bei der Reorganisation von 1791 blieb er beim Generalstabe und wurde bei der Nordarmee angestellt, doch bald nachher bei Ausführung eines Auftrags des Kriegsministers in Irland gefangen und erst 1800 ausgewechselt. Im Jahr 1804 befand er sich beim Uebergange über die Donau im Corps Ney's, so wie bei der Einnahme von Ulm und Wien und bei der Schlacht von Austerlitz. Beim Einzug der Franzosen in Berlin (1806) wurde er Chef des Stabes daselbst, zeichnete sich dann in Polen bei Golymin, Pultusk u. s. w. aus, wurde Brigadegenral und nach dem Tilsiter Frieden nach Spanien geschickt, wo er zum Commandanten von Madrid ernannt wurde, so wie später zum Gouverneur in der Provinz Leon. Hier behauptete er sich durch seine Wachsamkeit und Klugheit bis zum Juli 1811, wo er nach Portugal und von da nach Westphalen gerufen wurde, und endlich unter dem Prinzen von Eckmühl als Divisionsgeneral der Weserlinie Anstellung erhielt. Seinen Instructionen gemäß sprengte er, nachdem Cassel und Bremen eingenommen worden, die Weserbrücken bei Hoya, Nienburg und Münden in die Luft, vertrieb die Kosaken wieder aus Bremen, sah sich aber nach der Schlacht von Leipzig genöthigt, es zu räumen und sich nach Wesel zurückzuziehen. Von dem Herzog von Tarent zur Vertheidigung des Niederrheins, der Waal und der Yssel berufen, that er sein möglichstes, mußte aber doch endlich nach Wesel zurück, wo er den Oberbefehl der 11. Division übernahm. Nach der ersten Restauration behaupteten sich der Gouverneur und die 8000 Mann starke Garnison noch immer, bis der Kriegsminister ihnen die Nachricht zusandte, daß Wesel an die Preußen abgetreten sey, worauf Lauberdière, an der Spitze seiner Division von 5000 Mann, einer Batterie von 10 Kanonen und der Kriegskasse sich nach Lille begab. Im März 1815 ging er von Oporto nach Marseille, um den Herzog von Angoulème seine Dienste anzubieten. Nach der Schlacht von Waterloo wurde er in Ruhestand versetzt, blieb aber Mitglied des gesetzgebenden Körpers, was er seit 1803 war.


Quellen und Literatur.

  • Dr. R. Fl. Leidenfrost's französischer Heldensaal oder Leben, Thaten und jetzige Schicksale der denkwürdigsten Heroen der Republik und des Kaiserreichs, insonderheit der Waffengefährten und Marschälle Napoleons. Ilmenau, 1828. Druck und Verlag von Beruh. Friedr. Voigt.