Louis-Guillaume Otto

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Otto, (L. G.), Graf und französischer Minister, geboren zu Strasburg 1753, wurde von der Universität dieser Stadt der vorigen Regierung als ein kostbares Subject für die Diplomatik empfohlen, trat bey guter Zeit in diese Karriere ein und war von 1777 bis 79 Legationssekretär am bayerischen Hofe. Zu dieser Zeit kam er in derselben Eigenschaft zur französischen Gesandtschaft bey der Kongreß der Amerikanischen Freystaaten und wurde nachher französischer Geschäftsträger bey derselben Macht bis 1792; damals kam er nach Frankreich zurück und ward im Februar 1793 zum Chef des ersten politischen Departements bey dem Ministerium der auswärtigen Angelegenheiten ernannt, eine Stelle, die er bis im Dezember 1795 bekleidete.

Nachdem er Gesandtschaftssekretär zu Berlin, und, nach Sieyes Ernennung ins Direktorium, einstweiliger Geschäftsträger gewesen war, löste er im Januar 1800 Nion zu London für die Auswechslung der Gefangenen ab und erhielt den Auftrag, die Friedensunterhandlungen zwischen Frankreich und der brittischen Regierung zu eröffnen. Nachdem er hierauf zum bevollmächtigten Minister Frankreichs am Hofe von St. James ernannt worden war, entwickelte er in dieser wichtigen Stelle die Talente eines vollendeten Diplomatikers, unterzeichnete die mit aller Ungeduld erwarteten Friedenspräliminarien, erwarb sich die Achtung beyder Nationen und kam im Dezember 1801 zu Calais an.

Einige Zeit darauf ging er in der Eigenschaft eines bevollmächtigten Ministers an den Münchner Hof, befand sich noch daselbst bey dem Wiederausbruche der Feindseligkeiten mit Oesterreichs, und die Gewandtheit, die er bey diesen wichtigen Umständen an Tag legte, machte, daß er den 16. November 1805 zum Staatsrath ernannt wurde. Später ging er wieder als Gesandter nach München, wo er bis zum Wiener Frieden 1809 blieb.

Hierauf ernannte ihn Kaiser Napoleon zum Gesandten am österreichischen Hofe.

Ausserdem ist er Graf und Großoffizier der Ehrenlegion; auch hat ihm der Kaiser von Oesterreich das Großkreuz des Leopoldordens verliehen.


Quellen und Literatur.

  • Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811. In Commission bey Peter Hammer.