Louis-Philippe de Vaudreuil

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Vaudreuil (L. P. Marquis von), Generallieutenant der französischen Seetruppen, trat in Dienste der Marine 1741 unter der Empfehlung eines Vaters, der sich durch glänzenden Thaten einen ausgezeichneten Rang darin erworben hatte.

1756 führte er von Kanada unter Bedeckung einer Fregate eine Kauffahrteyflotte zurück, und traf auf ein feindliches Schiff und 2 Fregatten; er gibt die Flotte das Zeichen zurück zu segeln, stellt sich den beyden englischen Fregatten entgegen, und das Gefecht nimmt seinen Anfang. Die Flotte war bald ausser Gefahr, und Vaudreuil setzt seiner Seits die Action mit solchen Unerschrockenheit fort, daß das englische Schiff, welches bisher nur einen Zuschauer abgegeben hatte, um das Gefecht zu entscheiden, selbst daran Theil zu nehmen mußte. Herr von Vaudreuil war während des Gefechts schon verwundet worden, fuhr aber dennoch fort, allein zu kommandiren, bis er die Segel strich. Die Aufnahme die er in England erhielt, bewies, daß seine Niederlage ihm mehr Ehre machte, als ein mit gleicher Macht errungener Sieg.

Hauptsächlich war es im Amerikanischen Kriege, wo Herr v. V. sich mit Ruhm bedeckte. Zuerst zeichnete er sich 1778 im Treffen von Quessant aus, und 1779 wurde ihm eine Expedition im Senegal übertragen, wo er für 7 bis 8 Millionen Prisen machte. Nachher schloß er sich an die Armee des Herrn von Estaing an. 1781 ging er zur Bedeckung eines beträchtlichen Transports nach den Antillen ab, wurde von dem Admiral Kempelfeld angegriffen, rettete aber durch ein geschicktes Manöuver seinen Transport und langte unversehrt auf Martinique an. Nachdem er sich an dem unglücklichen Tage des 10. Aprills 1782 wie ein Held geschlagen hatte, sammelte er die Trümmer der französischen Armee und führte 19 Schiffe nach St. Domingo. Er ging von Cap in die nördlichen Gewässer von Amerika ab, vertrieb daraus alle feindlichen Schiffe, die sich seiner Fahrt entgegen stellten, und bemächtigte sich der brittischen Faktoreyen in der Hudsonsbay.

Nach dem Frieden, der die Amerikaner für unabhängig erklärte, erhielt er bey seiner Rückkehr ins Vaterland das Großkreuz des militärischen Ludwigsordens, ward 1789 Deputirter des Adels von Castelnaudary bey der General-Stände-Versammlung, war in der National-Versammlung eines von den Mitgliedern, die sich am deutlichsten für die rechte Seite erklärten, sprach einigemal über Gegenstände, die das Seewesen betrafen, und unterzeichnete die Protestationen vom 12. und 15. September 1791.

Er wanderte aus, erhielt bey seiner Abreise einen Brief vom Minister Bertrand, der ihn einlud, seinen Rang wieder einzunehmen, und mehrere andere Protestationen, die er gemacht hatte, zu widerrufen; schlug aber den Antrag aus und ging nach England.

Nach einer 10jährigen Abwesenheit kehrte er nach Frankreich zurück, und starb daselbst den 14. Dezember 1802 in seinem 79sten Jahre.

Quellen und Literatur

  • Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811. In Commission bey Peter Hammer.