Louis Auguste Le Tonnelier de Breteuil

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Breteuil (L. A. le Tonnelier, Baron von) Blaucordon, Maltheserritter, Feldmarschall.

Er war dreyßig Jahre lang in der diplomatischen Karriere angestellt; anfangs als bevollmächtigter Minister bey dem Churfürsten von Köln; hierauf in dem nemlichen Charakter am russischen Hofe; sodann nach und nach als ernannter Bothschafter in Schweden, in Holland, zu Neapel, zu Wien und auf dem Kongreß zu Teschen. Hauptsächlich von seiner Gesandtschaft in Wien an, kann man seine Anhänglichkeit an die Königin Marie Antoinette rechnen.

Als Minister und Staatssekretär zeigte er sich als einen der eifrigsten Vertheidiger der Monarchie; von 1789 an wurde er als einer der erklärtesten Revolutionsfeinde betrachtet, was einige verwundert, die sich erinnerten, daß Breteuil aus der Bastille und andern Staatsgefängnißen eine Menge Personen in Freyheit hatte setzen lassen, welche auf Befehl seiner Vorfahren verhaftet worden waren.

Nach dem 14ten July entgieng er nur durch eine schleunige Flucht dem Schicksale Foulons. Ludwig XVI. übertrug ihm 1790 einige geheime Unterhandlungen an den vorzüglichsten nordischen Höfen. Der Konvent ließ einen Anklagsbeschluß den 22sten Oktober 1792 gegen ihn ergehen.

Man findet in der Geschichte der Revolution von Bertrand de Molleville schätzbare Belehrungen über seine letzten diplomatischen Arbeiten.

1802 ist er mit Genehmigung der Regierung nach Frankreich zurückgekehrt, und hat 1804 eine ansehnliche Erbschaft erhoben.

Quellen und Literatur

  • Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811. In Commission bey Peter Hammer.