Louis Augustin d'Affry

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Affry (Graf), Obrist der königlichen französischen Schweizergarde, Ordensritter, Generallieutenant der Armee, Großkreuz des heiligen Ludwigsordens, trat sehr jung in den Militärdienst und befand sich bey der Revolution an der Spitze von einem der Regimenter, die die Garde des Königs bildeten.

Mit mehr Glück als der Obrist der französischen Garde vermochte er sein Korps gegen alle Bestechungsversuche treu zu erhalten und Ludwig XVI. in den Tagen des 5ten und 6ten Oktober 1789 wichtige Dienste zu leisten. Bald aber, zu alt und schwach, einem so schweren Posten in dieser kritischen Periode nicht gewachsen, falsch geleitet und übrigens fast ohne Unterstützung von Seiten der Kantons, die über ihre Verfahrungsart gegen Frankreich getheilt waren, gab der Graf es auf, sich der Gegenparthey des Hofes ferner zu widersetzen. Gleichwohl ward er den 10ten August arretirt und in die Abtey gesetzt, wo er sich noch zur Zeit der Septembertage befand. Doch entkam er diesen Greuelszenen.

Von Robespierre vergessen oder verachtet starb der Greis auf seinem Bette 1793, trostlos über den Tod seines Sohnes, der am 10ten Aug. 1792 in den Thuillerien sein Leben verlohren hatte.

Der Graf Affry war mehrerer Akademien Ehrenmitglied.


Herr von Affry, der 1803 zum Landammann der helvetischen Republik ernannt wurde, stammt aus derselben Familie: er war vor der Revolution Feldmarschall in französischen Diensten.

Quellen und Literatur

  • Nekrolog denkwürdiger Schweizer aus dem achtzehnten Jahrhundert, nach alphabetischer Ordnung bearbeitet für Freunde vaterländischer Kultur und Geschichte von Markus Lutz, Aarau 1812 bei Heinrich Remigius Sauerländer.
  • Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811. In Commission bey Peter Hammer.