Louis Baraguey d'Hilliers

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Baraguay-d'Hilliers (Ludwig), Divisionsgeneral, Colonelgeneral von den Dragonern, Großoffizier der Ehrenlegion, gebohren zu Paris 1764 aus einer adelichen Familie, trat früh in den Militärdienst und war Offizier in einem Elsasserregimente bey dem Anfange der Revolution. Er erklärte sich für dieselbe und ward nach und nach bey dem Ausbruche des Kriegs, Adjutant der Generale Crillon und Labourdonnaye.

Montesquieu gab ihm hierauf das Kommando einer Legion am Fuß der Alpen; Cüstines berief ihn indeß fast zur selben Zeit zu sich, machte ihn zu seinem ersten Adjutanten und verschaffte ihm ein schnelles Avancement; er ward Brigadegeneral, Chef des Generalstaabs der Rheinarmee und war im Vorschlag zum Kriegsminister, als er mit seinem General arretirt und im November 1793 nach Paris geführt ward. Er erschien den 10. July 1794 vor dem Revolutionstribunal, ward freygesprochen, blieb aber doch noch bis zum 9ten Thermidor (27. July 1794) im Gefängniß.

Nach diesem erhielt er seine Ehrenstelle wieder, ward im Innern bey Menou's Armee angestellt, fiel aber auch den 5. Oktober 1795 mit diesem General wieder aus der Gunst.

1796 gieng er zur Armee in Italien.

Im März 1797 erhielt er die Stelle eines Divisionsgenerals und nahm darauf an der Expedition in Aegypten Theil. Als er auf Befehl des Obergenerals von Maltha abgieng, fiel er den 28sten Juny 1798 in feindliche Hände und ward nach England abgeführt. Im August kam er nebst seinen beyden Adjutanten von da zurück, weil man ihn aber beschuldigte, sich zu wenig mit seinem Schiffe vertheidigt zu haben, ward er damahls nicht angestellt.

1799 ward er jedoch als Chef des Generalstaabes zur Rheinarmee geschickt, nach dem 18. Brümaire zum Generalinspektor der Infanterie von der 14ten, 15ten, 16ten Militärdivision, sodann 1803 zum Kandidat für den Erhaltungssenat und endlich zum Großoffizier der Ehrenlegion und Colonelgeneral der Dragoner ernannt.

1804 kommandirte er eine Kavalleriereserve der Küstenarmee, mit welchem Korps er 1805 zur grossen Armee in Deutschland stieß, und zu den glänzenden Operationen dieses Feldzuges beytrug. Im vorigen Jahre erhielt er den Grafentitel.

Gegenwärtig dient er bey der italienischen Armee unter dem Vizekönig.


Quellen und Literatur.

  • Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811. In Commission bey Peter Hammer.