Louis Friant

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Friand.

Soldat im Garde-Regiment im J. 1781; Unterrichters des Depots; Hauptmann, Aide-Major des Zentrums; Sektion des Arsenals im J. 1789; Bataillons-Chef im J. 1792; Brigade-General den 3ten August 1794

Vortreflicher Offizier.


Louis, Comte Friant.

Louis, Comte Friant, General-Lieutenant, geb. zu Villers-Morlancourt in der Picardie den 18. Sept. 1758.

Aus Neigung erwählte Friant die Waffen und nahm (1781) französische Kriegsdienst in einem Garderegimente; doch schon 1787 erbat und erhielt er seinen Abschied. Beim Ausbruch der französischen Revolution ergriff er das Kriegshandwerk abermals und an der Spitze eines Bataillons Freiwilliger nahm er an den wichtigsten Gefechten bei der Mosel- und später bei der Sambre- und Maas-Armee Antheil. Der Obergeneral Kleber vertraute ihm eine Division von 12,000 Mann und trug ihm die Belagerung von Mastricht auf, die er glücklich beendigte. Nach der Einnahme von Luxemburg, wozu er ebenfalls mitgewirkt, übergab ihm Jourdan das Commando über diese Provinz und die Grafschaft Chiny. Nach den Unglücksfällen der Sambre- und Maasarmee, sorgte er für die Sicherheit dieser wichtigen Festung und diente hierauf (1796) in der italienischen Armee, so wie er auch Buonaparte nach Aegypten begleitete. Von dort kehrte er erst nach der Capitulation von Alexandrien nach Frankreich zurück, wohnte dem Feldzuge gegen Oestreich (1805), gegen Preußen (1806), dem Kriege von 1809 und dem russischen und sächsischen Feldzuge bei. Focht dann in Frankreich bei Champ Aubert, Montmirail, Craone, Fère Champenoise, Plancy und Mery, so wie (1815) bei Waterloo. Nach 23jährigem Dienste wurde er als Generallieutenant (4. Sept. 1815) in den Ruhestand versetzt. Napoleon hatte ihn früher zum Grafen ernannt und das Comthurkreuz der eisernen Krone und der Ehrenlegion ertheilt.

Militärischer Werdegang.

Leipziger Zeitung den 2. September 1812.

Am 8ten d. wurde der General Friant, an die Stelle des verstorbenen Generals Dorsenne, zum Obersten der Grenadiere der kaiserl. Garde ernannt. Jedermann sah mit Vergnügen, daß diese Belohnung einem Generale zu Theil ward, welcher sich seit 15 Jahren stets auf dem Posten der Gefahr und des Ruhms befand, und der in Aegypten, in Italien, in Deutschland und in Polen beständig an allen Strapazen und allen Siegen der französischen Heere Theil nahm.


Quellen und Literatur.

  • Vollständige Rangliste aller Generale und General-Adjutanten in den Armeen der französischen Republik. 1796.
  • Dr. R. Fl. Leidenfrost's französischer Heldensaal oder Leben, Thaten und jetzige Schicksale der denkwürdigsten Heroen der Republik und des Kaiserreichs, insonderheit der Waffengefährten und Marschälle Napoleons. Ilmenau, 1828. Druck und Verlag von Beruh. Friedr. Voigt.
  • Leipziger Zeitung Nr. 172. Mittwochs den 2. September 1812.