Louis Gabriel Suchet

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Suchet.

Süchet, Herzog von Albufera, franz. Marschall, ist 1772 in Lyon geboren.

Er widmete sich früh dem Kriegsdienste, durchlief schnell die untern Grade, und zeichnete sich, wie Napoleon und andere berühmt gewordene franz. Generale, zuerst vorzüglich bei der Belagerung von Toulon aus, wo das Bataillon, welches Süchet commandirte, den General Ohara zum Gefangenen machte.

Er wurde 1796 zur italienischen Armee versetzt, wo er Gelegenheit fand, sich in dem ersten Feldzuge Napoleons durch Muth, Kühnheit und Umsicht bemerkbar zu machen. Seine Beförderung zu höheren Graden blieb nicht aus, und er wurde bald als einer der talentvollsten Offiziere des Generalstabs betrachtet, wie er denn bei Massena und bei Joubert auch als Divisionsgeneral den wichtigen Posten eines Chef de l'etat major bekleidete.

In den Feldzügen von 1805 und 1806 war er einer der thätigsten und glücklichsten Feldherrn Napoleons. In dem letztern hatte er das erste Zusammentreffen mit den Preußen bei Saalfeld zu bestehen. Sein Corps begann nicht minder den ersten Angriff bei Jena.

Bei dem Ausbruche des Krieges in Spanien wurde er dorthin geschickt, und verweilte daselbst fast immer siegreich bis nach der Schlacht von Vittoria. Von seinen Waffenthaten in Spanien führen wir nur an, daß er zur Einnahme von Saragossa beitrug, Tortosa, Taragona und Valencia bezwang und die spanischen Armeen überall, wo er mit ihnen zusammentraf, aus dem Felde schlug. Erst nach der Schlacht von Vittoria zog er sich nach den Pyrenäen zurück. Er erhielt den ehrenvollen Auftrag, den heimkehrenden Ferdinand VII. zu empfangen und zur spanischen Armee zu begleiten.

Nach der ersten Restauration wurde er von Ludwig XVIII. zum Pair von Frankreich und zum Militärgouverneur vom Elsaß ernannt. Während der 100 Tage commandirte er in Lyon die Armee des Südens. Da er unter Napoleon die Pairswürde angenommen hatte, wurde er bei der zweiten Restauration aus der Kammer der Pairs entfernt, aber 1819 wieder in dieselbe aufgenommen.


Quellen und Literatur.

  • Conversations-Lexicon oder encyclopädisches Handwörterbuch für gebildete Stände. Stuttgart bei A. F. Macklot. 1816.