Louis V Joseph de Bourbon-Condé

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Condé (L. J. von Bourbon, Prinz von), geb. den 9. August 1736, vermählt den 3. Mai 1753 mit einer Prinzessin Rohan Soubise, die sieben Jahr darauf starb.

Er that sich noch sehr jung schon in der militärischen Laufbahn hervor, und commandirte mit Glück im siebenjährigen Kriege.

Schon am 16. Juli 1789 verließ er Frankreich und protestirte im September 1790 in einem Manifeste gegen die französische Constitution. Ungefähr um diese Zeit war es, als man sein prächtiges Schloß Chantilly verwüstete, und die Kanonen, welches es zierten, wegführte. Trotz aller Drohungen der Nationalversammlung, daß seine Güter eingezogen werden sollten, und der eignen Einladung des Königs, konnte sich der Prinz nicht entschließen, nach Frankreich zurückzukehren.

Er fing vielmehr an, ein Corps Ausgewanderter um sich zu sammeln, mit dem er im October 1793 zu Bartsheim, im October 1796 zu Biberach und den 24. dieses Monats zu Steinstadt schlug.

1797 nach dem Frieden zwischen Oesterreich und Frankreich ging er in russische Dienste, sein Corps cantonnirte in Polen und er begab sich selbst nach Petersburg, wo ihn Paul I. auf eine Art empfing, welche bewies, daß er sich der ehemaligen Aufnahme des nordischen Grafen in Chantilly erinnerte. Er wurde von dem Kaiser mit der Herrschaft Dubno beschenkt, wo er sich aufhielt, bis das Interesse der zweiten Coalition ihn von neuem an den Rhein rufte. Als die russische Armee 1799 nach der Schweiz marschirt war, folgte ihr Condé und erschien nur einen Augenblick, um Zeuge der Unsterns der österreichische-russischen Armee zu seyn.

Da Paul I. sich hierauf von der Coalition trennte, trat die Armee Condé's in englischen Sold und macht mit den Oesterreichern den Feldzug von 1800, worauf sie entlassen wurde. Ihr Anführer ließ sich in England nieder, wo er mit seiner Familie die Abtei Amesbury bewohnte und von England eine Pension von 100,000 Livres genoß, bis ihm die im J. 1814 eingetretnen Veränderungen erlaubten, nach Frankreich zurückzukehren.

Am 14. Mai 1814 zog er wieder in Paris ein, erhielt das 10te Linienregiment und die würde des Generalobersten der Infanterie, so wie die des Grand-maître de France, und das Protectorat des Ludwigsordens. Er wohnte der berühmten königlichen Sitzung am 17. März 1815 bei, floh mit dem Könige nach Gent und kehrte mit ihm im Juli 1815 nach Paris zurück, wo er zum Präsidenten eines Bureau der Pairskammer ernannt, einige Zeit sich aufhielt, nachher aber nach Chantilly sich zurückzog, und dort gleich einem Privatmanne lebte. Hier hatte er einst das interessante Werkchen geschrieben, welches seit 1806 in 2 Auflagen unter dem Titel: Essai sur la vie du grand Condé, par L. J. de Bourbon, son 4me descendant, erschienen ist. Er starb im Jahr 1817.


Seine Gemahlin war Charlotte, Tochter des Herzogs Karl von Rohan-Soubise. Seine jetzige zweite Gemahlin ist Katharine Brignole, ehemals vermählte Fürstin von Monaco.


Sein Sohn, Ludwig Heinrich Joseph, Herzog von Bourbon, geb. den 13. April 1756, war vor der Revolution Oberhofmeister des königlich französischen Hauses, und Gouverneur von Champagne und Brie, dann seit Sept. 1797 in russischen Kriegsdiensten und Inhaber eines zum condéischen Corps gehörigen, nachher in englischen Sold genommenen Grenadierregiments. Er verließ ebenfalls schon am 16. Juli 1789 Frankreich und lebte bis 1814 auch in England, wo er eine Pension von 80,000 L. genoß. Seine Gemahlin war Mathilde, die einzige Tochter des Herzogs Ludwig Philipp von Orleans, von der er aber, nach einer zehnjährige Ehe, 1780 geschieden wurde.


Dessen Sohn, also der Enkel Condé's, geb. den 2. August 1772, Inhaber eines zum condéischen Corps gehörigen, nachher in russische Dienste, und sodann in englischen Sold genommenen Cavallerieregiments, lebte 1801 zu Windisch Feistriz in Steiermark, und 1802, und 1803 zu Ettenheim, genoß von England eine Pension von 60,000 Livres, wurde völkerrechtswidrig zu Ettenheim 1804 von französischen Truppen aufgehoben, vor ein Kriegsgericht gestellt und zu Vincennes bei Paris den 22. März 1804 arquebusirt.


Quellen und Literatur.

  • Conversations-Lexicon oder encyclopädisches Handwörterbuch für gebildete Stände. Stuttgart bei A. F. Macklot. 1816.