Ludwig Adolf Peter zu Sayn-Wittgenstein

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Graf Witgenstein, General en Chef der Düna-Armee.

Peter Graf von Sayn-Berleburg-Wittgenstein.

Peter Graf von Sayn-Berleburg-Wittgenstein, General der Kavallerie in Kaiserl. Russischen Diensten, der eine Zeitlang die Armee en Chef kommandirt hat, ist in Rußland geboren. Sein Vater machte als Preussischer General den 7jährigen Krieg mit, trat hernach in Russische Dienste, und starb in denselben als Generallieutenant.

Graf Peter genoß im Hause des Grafen Soltikoff eine ausgezeichnete Erziehung, und erhielt sodann eine Anstellung in der Armee.

Nach dem Feldzuge von 1805 bekam er den militairischen Georgs Orden, zugleich mit den Generalen Doktorow, Miloradowitsch und Tschaplitz, die gegenwärtig ebenfalls besondere Korps kommandiren.

Im Feldzuge von 1807 war Graf von Wittgenstein Chef eines Husarenregiments, und erhielt nach dem Frieden zur Belohnung das Regiment Garde-Husaren.

Während des Feldzugs in Finnland hatte er das Unglück, durch einen Fall den Arm zu brechen.

Als Vice-Gouverneur von Riga sammelte er vermöge dieser Eigenschaft das Korps, mit dem er gegen das zweyte und sechste Korps der Französischen Armee bey Polotzk, und späterhin an der Bereczina siegte.

Eine Schwester von ihm, die in der Familie der Fürstin Barätinsky erzogen ward, vermählte sich mit dem Grafen von Keller, vormals Preussischem Minister am Kayserlich Russischen Hofe.


Graf Wittgenstein, General der Cavallerie.

Sein vollständiger Nahme ist Graf Peter von Seyn-Berleburg-Wittgenstein. Er ist in Rußland geboren, wo er sein Vater, der früher als Preußischer General den siebenjährigen Krieg mitmachte und dann in Russische Dienste übertrat, als Russischer General-Lieutenant starb. Die frühere Bildung hatte Graf Peter Wittgenstein in dem Hause des Grafen Soltikow auf eine auszeichnende Weise erhalten. Er trat dann in Militär-Dienste, wo er sich zuerst in dem Feldzuge 1805 bemerkbar machte. Nach dem geendigten Feldzuge erhielt er für seine Verdienste den Militär-Georgs-Orden. Im Feldzuge 1807 war Graf Wittgenstein Chef eines Husaren-Regiments, und erhielt nach dem Frieden als Belohnung seiner neuen Verdienste das Garde-Husaren-Regiment. Im Jahre 1809 machte er den Feldzug in Finnland mit, und hatte das Unglück, durch einen Fall den Arm zu zerbrechen. Er ward alsdann ad interim Vice-Gouverneur von Riga.

Bey dem Ausbruche des gegenwärtigen Krieges zwischen Frankreich und Rußland 1812 erhielt Wittgenstein das Commando über ein Russisches Corps von 18 – 20,000 Mann, das aber in der Folge noch beträchtlich verstärkt wurde. Mit diesem stellte er sich im Junius 1812 jenseits Memel auf. Bey dem Uebergange der Französische Armee über den Niemen zog er sich hinter die Düna zurück. Im Gefechte bey Druja nahm er den Französischen General St. Geniest gefangen. In der Folge hatte er so wohl Riga gegen jeden feindlichen Andrang zu decken, als die vorpoussirten Franzosen und Baiern in die Flanke zu nehmen. Letztere Bestimmung verwickelte ihn in mehrere bedeutende Gefechten und Treffen, wovon wir hier nur die wichtigsten bezeichnen; z. B. Das blutige Treffen an der Drissa gegen den Marschall Herzog von Reggio (Oudinot) am 31. Julius; die noch blutigeren Gefechte zwischen Biuloje und Polotzk vom 16 – 19. August gegen die Franzosen und Baiern; das zweytägige Treffen bey Polotzk gegen den an des verwundeten Oudinots Stelle getretenen Marschall Gouvion St. Cyr u.m. a.

Als nach dem allgemein bekannten Rückzuge der Franzosen über den Niemen auch die Baiern sich zurück zogen, und die Preußen unter dem General-Lieutenant York zu den Russen übertraten, erhielt Wittgenstein den Befehl, sein Corps bis Königsberg vorzupoussiren, und als dies gelang, Danzig zu blokiren. Er hatte in letzterer Hinsicht mehrere Gefechte zu bestehen, von denen das bedeutendste gegen Ende Februars 1813 in der Nähe von Danzig vorfiel. Nach diesem Gefechte übertrug er die Blokade Danzigs dem Fürst Platow, und rückte mit dem größten Theile seines Corps gegen Berlin vor, ließ durch den General Czernitscheff diese Stadt besetzen, und traf am 11. März selbst mit seinem Haupt-Quartier daselbst ein. Eine Schwester des Grafen von Wittgenstein, die in der Familie der Fürstinn Barentinsky erzogen ward, vermählte sich mit dem Grafen von Keller, vormahls Preußischer Minister in St. Petersburg. Wie sehr Kaiser Alexander den Grafen Wittgenstein schätzt, beweiset folgende, in öffentlichen Blättern enthaltene Anecdote: „Um dem General Grafen Wittgenstein ein Zeichen der kaiserlichen Gnade zu geben, bath sich der Monarch (im December 1812) bey der Gräfinn Wittgenstein in St. Petersburg zu Gaste. - Das Fest wurde in einem Hotel veranstaltet, die ganze Einrichtung von dem kaiserlichen Ober-Kammerherrn getroffen, und der Gräfin bloß die Sorge überlassen, die Honneurs zu machen. Als am Ende des Festes der hohe Gast sich beurlaubte, und die Wirthinn sich anschickte, ihm zu folgen, erklärte der Monarch der Gräfinn: Das Hotel, mit allem darin Befindlichen, sey ihr Eigenthum.“

Am 3. Jänner 1813 erhielt er von seinem Monarchen für seine ausgezeichneten Verdienste das Großkreuz des St. Wladimir-Ordens erster Classe.


Quellen und Literatur.

  • A.F. Rittgräff. Die Helden des Tages, oder biographische Notizen über die hervorstechendsten Personen der gegenwärtigen Zeitverhältnisse. Berlin 1813.
  • Politisches Journal nebst Anzeige von gelehrten und andern Sachen. Herausgegeben von einer Gesellschaft von Gelehrten. 1813.