Ludwig XVI. (Frankreich)

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Ludwig XVI. König von Frankreich.

Lodewijk XVI. Koning van Frankrijk en Navarre.
Ludwig XVI Koenig von Franckreich.

Ludwig XVI. König von Frankreich, geboren den 23. August 1754, von Ludwig, Dauphin, und Marien Josephinen von Sachsen, dessen zweyten Gemahlinn. Ludwig wurde anfangs zum Herzog von Berry ernannt. Sein Schmerz bey dem Tode seines Vaters 1765 war gränzenlos. Seine Vermählung mit Marien Antoinetten von Oesterreich, Tochter Marien Theresiens, kostete vielen Personen auf dem Platze Ludwigs XV. das Leben, die aus Unvorsichtigkeit über den Haufen geworfen oder erdrückt wurden. Der Dauphin, lebhaft gerührt von diesem Ereignisse, sandte dem Polizeylieutenant, mehrere Monate hindurch, einen Theil seiner Einkünfte, zur Unterstützung deren, die dabey unglücklich geworden waren.

Bey seiner Thronbesteigung umringte er sich mit Ministern, welche ihm die öffentliche Meinung empfahl. Er erließ dem Volke seine Rechte der Thronbesteigung, berief die Parlamente wieder, und gab das Beyspiel der Wirthschaftlichkeit. Die ersten Jahre seiner Regierung bezeichneten sich durch die Errichtung des Leihhauses und der Discontokasse, durch die Aufhebung der Frohnen, der Tortur und der Sklaverey im Jura, und endlich durch den amerikanischen Krieg. Er war beynahe der einzige von seinem Hofe, der nicht über diesen Gegenstand die Meinung seiner Umgebungen theilte, und nur mit dem größten Widerwillen gab er endlich dem Wunsche seines Staatsrathes nach, und erkannte die Unabhängigkeit der Amerikaner an.

Indessen hatten sich die Finanzen durch den vorhergehenden Krieg verschlimmert; die Ausgaben überstiegen die Einnahme von 100 Millionen; man schlug dem Könige Anleihen und neue Auflagen vor; "ich will keine neuen Auflagen, keine Anleihen weiter," gab er in seinem Rathe zur Antwort. Unter diesen peinlichen Umständen berief Ludwig XVI. die erste Versammlung der Notabeln zusammen, die auf den Rechten des Volks gegen die Befreyeten (privilégiés) bestand, und von den Ministern, ohne das geringste vermittelt zu haben, entlassen wurde. Der Kardinal von Brienne, der an Calonnes Stelle getreten war, schlug nunmehr die Stempeltaxe und die Territorialbeysteuer vor. Da diese den großen Guthsbesitzern zur Last fiel, wiesen diese dieselbe zurück; das Parlament weigerte sich, sie in das Protokoll einzutragen und wurde nach Troyes verwiesen. Als es bald darauf durch Ludwigs Nachsicht wieder zurückberufen wurde, erklärte es, kein Recht zu haben, Auflagen zu bewilligen und verlangte die Zusammenberufung der Stände; denselben Wunsch äusserten die Geistlichkeit und die vorzüglichsten Städte. Ludwig gab der öffentlichen Meinung nach und versammelte zum zweytenmale die Notabeln, um die Form der Stände und die Art der Stimmenversammlung darin zu bestimmen.

Die Generalständeversammlung (les etats généraux) wurde dann zu Versailles den 5. May 1789 eröffnet. Die für die drey Stände vorgeschriebene verschiedene Tracht fing an, den ersten Keim der Zwietracht unter sie zu werfen. Die Stände hatten sich getrennt; Ludwig suchte diese Spaltung zu schlichten, und als ihm Herr von Luxemburg im Namen des Adels, Einwendungen gegen diese Vereinigung machte, gab der König zur Antwort: "Alle meine Ueberlegungen sind gemacht; sagen sie dem Adel, daß ich ihn bitten lasse, sich zu vereinigen; wenn meine Bitte nicht hinreicht, befehle ich es ihm; ich, meines Theils, bin zu allen Aufopferungen entschlossen; Gott verhüte, daß ein einziger Mensch um meiner Handel willen umkomme." Diese letzte Aeusserung war stets die Richtschnur seines Benehmens und die Hauptursache seines Unglücks.

Einige Regimenter hatten sich Versailles genähert, um den Dienst der französischen Garden, auf deren Treue man sich nicht verlassen zu können glaubte, zu unterstützen; bey den Deputirten erweckte man Furcht über die Sicherheit ihrer Personen; Mirabeau verlangte die Entfernung der Truppen. Ganz Paris bewaffnete sich auf seine Stimme; die Bastille wurde den 14 July 1789 erstürmt; die Minister wußten im ersten Schrecken nicht, welche Parthey sie ergreifen sollten; Ludwig, um die Gemüther zu beruhigen, begab sich den folgenden Tag zu Fuße, ohne Waffen und beynahe ohne Bedeckung in die Versammlung. Hier stellte er sich in die Mitte des Saals und beschwor die Deputirten, die öffentliche Ruhe wieder herzustellen. Kurz darauf kommt das flandrische Regiment nach Versailles; die königlichen Garden geben diesem ein Gastmahl, dessen unvorsichtige Begeisterung traurige Folgen herbeyführte, eine unzählbare Rotte Weiber unter Begleitung von Räubern, die mit Piken und Flinten bewaffnet waren, strömt den 5. Oktober nach Versailles. Die Nationalgarde zieht ihnen nach, um die Störung der Ordnung zu vermeiden; in der Nacht aber überwältigen Bösewichter in Bauernkleidern die Wachen, dringen in das Schloß ein, erbrechen die Thüren, bringen die Garden um, suchen vergebens die Königinn auf, um sie ihrer Wuth zu opfern, und hauen mit Säbeln in das Bett, aus dem sie sich eben geflüchtet hatte. Das Resultat dieses Aufstandes war, daß man den König mit seiner ganzen Familie nach Paris führte, wohin ihm die Nationalversammlung folgte.

Den 14. Februar 1790 pflichtete er den Verhandlungen der Nationalversammlung bey, und hielt bey dieser Gelegenheit eine äußerst gefühlvolle Rede. Die bürgerliche-Konstitution der Geistlichkeit brachte die Unruhen in neue Gährung.

Endlich fingen Ludwig die Stürme, die ihn umringten, an zu schrecken; er sah, trotz seiner zahlreichen aufeinanderfolgenden Aufopferungen, seine Gewalt gehöhnt und erniedrigt, seine Sicherheit und die seiner Familie der höchsten Gefahr ausgesetzt, und entschloß sich, Paris zu verlassen; wählte aber einen Plan zur Flucht, der ziemlich schlecht berechnet war und noch schlechter ausgeführt wurde. In der Nacht vom 20. zum 21. Juny 1791 verließ Ludwig die Tuillerien, um sich nach Montmedi zu begeben, wo ihn Bouille mit einigen Truppen erwartete, und wohin ihm der Kaiser Leopold versprochen hatte, seine Armee zu führen. Vor seiner Abreise hinterließ er der Versammlung eine Erklärung voll von Beschwerden, die selbst seinen Feinden gegründet schienen. Schon hatte er mit seiner Familie einen Theil von Frankreich im Rücken, als er zu St. Menehould von dem Postmeister Drouet erkannt wurde; er wollte keine Gewalt brauchen, weil er fürchtete, daß seine Befreyung Blutvergiessen veranlassen möchte, und ließ sich geduldig nach Paris zurückführen.

Die neue Konstitution kam zu Stande, und Ludwig XVI. erkannte sie feyerlich an. Die konstituirende Versammlung machte der gesetzgebenden Platz; man nahm darin, von den ersten Sitzungen derselben an, wenig große Talente, eine schimpfliche Schwäche in Bezäumung des Lasters und eine stete Geneigtheit wahr, noch die wenige Gewalt, welche Ludwig dem XVI. geblieben war, anzutasten. Erst nöthigte man ihn, dem größten Theile von Europa den Krieg zu erklären, und nachher hörte man nicht auf, ihm die Folgen dieser Kriegserklärung zur last zu legen.

Larochefoucauld-Liancourt that ihm den Vorschlag, sich nach Rouen zu flüchten; Lafayette erbot sich, ihn nach Compiègne in den Schutz treu ergebener Truppen zu führen; Ludwig wies aber beyde zurück.

Endlich kam den 10. August das Ungewitter, das sich seit zwey Monaten angekündigte hatte, zum Ausbruch. Die Sturmglocke ertönt; die Marseiller und das Volk aus den Vorstädten marschieren auf, füllen den Carrousselplatz und umringen die Tuillerien. Sie gehorchen der Stimme Chabots, Dantons und aller Chefs der Gironde und der Mehrheit des Gesetzgebenden Körpers, und richten ihre Kanonen gegen die Wohnung des Königs. Doch waren die Schweizer und die Schloßwache unter Waffen; die Administration des Departements, treu den Gesetzen, hatte Befehl gegeben, Gewalt mit Gewalt zu vertreiben, und wenn Ludwig XVI. den Degen gezogen hätte, konnte er noch siegen; allein durch eine unbegreifliches Gemisch von Standhaftigkeit und Schwäche konnte er alle Leiden stoisch ertragen und wußte keine Gefahr muthig zurückzuschlagen. Er scheute, das Blut anderer fließen zu sehen in gleichen Maße, als er gleichgültig das seinige vergiessen sah. Einer der Administratoren (Röderer) gab ihm den Rath, eine Zuflucht im gesetzgebenden Körper zu suchen; er begab sich mit seiner Familie dahin und benahm dadurch seinen Vertheidigern alle Hoffnung und seinen Feinden alle Furcht. Kaum war Ludwig XVI. in den Saal eingetreten, so hörte man die Kanonen; die Bataillone der Garde befanden sich nach dem Weggange des Königs ohne Anführer und ohne Ordre; die Marseiller, welche anfangs von den Schweizern zurückgeschlagen worden waren, faßten wieder Muth, da sie sich nicht weiter verfolgt sahen. Bald war das Schloß erstürmt, die Schweizer, welche der König, auf das dringende Gesuch der Versammlung, den Befehl gegeben hatte, die Waffen zu strecken, wurden niedergemacht oder zerstreut, und der, welcher in dem Schooße der Versammlung eine Zuflucht gesucht hatte, hörte die einstweilige Aufhebung seiner Gewalt und den Befehl, ihn im Tempel zu verhaften, aussprechen.

Dieser gothische Pallast nahm anfangs Ludwig mit seiner Gattinn und Familie auf; die Gemeine von Paris fand aber diese Wohnung zu bequem und entschied, daß der Thurm allein zu ihrem Aufenthalte dienen sollte, und bald ordnete dieselbe Autorität den engsten Verhaft an, und trennte ihn zuletzt ganz von seiner Familie.

An die Stelle der gesetzgebenden Versammlung trat der Konvent, der schleunigst den Monarchen für entthront erklärte, und seinen Prozeß vor ihm einzuleiten befahl. Ludwig wurde in seinem Gefängnisse ein Muster von Heiterkeit und Entsagung in der Mitte von Beschimpfungen jeder Art. Man ließ ihm weder Tinte, noch Feder, noch Papier, noch Bleistift; aber man gab im Bücher, und man hat 257 Bände gezählt, die er während seiner Gefangenschaft gelesen hat; er beschäftigte sich mit der Erziehung seines Sohnes, ließ sich angelegen seyn, seine Gemahlinn zu trösten und sich selbst durch den Beystand der Religion zu stärken, und vergaß und verzieh gern seine Leiden.

LOUIS à la barre de la Convention. Le 11 Décembre 1793.

In der Sitzung vom 10. Dezember 1792 war dem Konvent der Bericht über Ludwigs Benehmen seit der Revolution abgestattet worden. Man hatte ihn als einen Tyrannen geschildert, der sich den Fortschritten der Freyheit entgegensetzt, unter dem Scheine die Konstitution anzunehmen, sie zu vernichten gesucht, die Bestätigung heilsamer Gesetze (nemlich jener gegen die Priester) verweigert hätte, der Pillnitzer Uebereinkunft, in welcher sich der Kaiser und der König von Preußen zur Wiederherstellung der unbeschränkten Monarchie in Frankreich verbindlich gemacht, ins Geheim beygetreten wäre, und endlich (was noch sonderbarer ist) den 10. August veranlaßt, nemlich die Vorstädte selbst in Aufstand gebracht hätte, um sie von den Schweizern niedermachen zu lassen. Unerwartet, ohne Rathgeber, ohne Beystand wurde er vor die Schranken des Konvents geführt; und er vertheidigte sich mit eben so viel kaltem Blute als Einfachkeit und Mäßigung gegen 34 Klageführer, die ohne alle Uebereinstimmung waren. Ein Theil der Deputirten wollten ihm keine Vertheidiger zugestehen; die Mehrheit entschied aber, daß er sich deren wählen könnte. Malesherbes, Tronchet und Deseze, denen Ludwig seine Vertheidigung übertragen hatte, erhielten Eintritt zu ihm im Tempel, besprachen sich mit ihm und begleiteten ihn den 26. Dezember bey seiner letzten Erscheinung vor der Versammlung. Deseze erhielte den Auftrag seine Vertheidigungsrede zu halten. Die Heiterkeit des Angeklagten, die Thränen Malesherbes, nichts konnte sein Loos mildern.

Das Urtheil wurde den 17. Januar 1793 gesprochen. Eine erste Entscheidung erklärte Ludwig der Verschwörung und Gewaltthat gegen die öffentlichen Sicherheit schuldig; eine zweyte versagte ihm jede Appellation an das französische Volk; und eine dritte sprach mit der schwachen Mehrheit von 5 Stimmen das Todesurtheil über ihn aus. Die Versammlung erklärte von neuem die dazwischen gekommene Appellation Ludwigs für nichtig und die Vollziehung des Urtheils für unwiderruflich festgesetzt auf den 21. Januar. Der Angeklagte hatte seit lange sein Geschick vorausgesehen und sich muthig darein ergeben. Das Journal von Malesherbes enthält über diesen Punkt nähere Nachrichten, die würdig sind von der Geschichte aufbewahrt zu werden.

Den 20. Januar hörte Ludwig ohne Murren sein Urtheil verlesen an, und wünschte es seiner Familie selbst mitzutheilen, um sie mit Ergebung zu bewaffnen. Um Mitternacht hörte er die Messe, warf sich darauf auf sein Bett und überließ sich einem ruhigen Schlummer. Noch schlief er, als am Morgen sein Kammerdiener Clery kam, ihn zu wecken und das letztemal anzukleiden. Um 8. Uhr trat man in sein Gemach, um ihn auf das Schaffot zu führen. er stieg mit festem Schritte die Treppen des Thurmes hinab, ging über den Hof und wendete seine letzten Blicke nach der Seite des Gefängnisses, das seine Familie einschloß. Er bestieg einen Wagen; ihm zur Seite setzte sich sein Beichtvater, der Abt Edgeworth, gegen über 2 Gendarmen, und zwey Stunden dauerte die Fahrt vom Tempel bis auf den Platz Ludwigs XV. Er stieg das Blutgerüst hinauf; man schneidet ihm die Haare ab, entkleidet ihn, will ihm die Hände binden, er weigert sich mit den Worten: "Ich bin meiner gewiß;" man besteht darauf; er reicht seine Hände willig hin, wendet sich sodann zur linken Seite des Gerüstes und ruft mit starker Stimme: "Franzosen! ich sterbe unschuldig; ich verzeihe meinen Feinden, und wünsche, daß mein Tod Frankreich Heil bringen möge!" . . . Weiter ließen die Wirbel der Trommeln, welche Sauterre anordnete, seine stimme nicht vernehmen, und hinderte ihn, zu endigen. "Geht, Sohn des heiligen Ludwig, steiget gen Himmel!" rief ihm sein Beichtvater mit Enthusiasm zu; und der Sohn des heil. Ludwigs reichte seinen Kopf den Henkern dar. Sein Leichnam wurde auf den Magdalenenen-Kirchhof gebracht, und nach dem Befehl des Konvents in ungelöschtem Kalk aufgelößt. Bevor er zum Richtplatz ging, hatte er in die Hände einiger Munizipalitätsoffiziere ein eigenhändig geschriebenes Testament, vom 25. Dezember 1792 datirt, übergeben.


Ludwig hatte alle Tugenden eines Privatmannes: er war guter Gatte, guter Familien-Vater; unpartheyisch aber versichert man, daß er zu viel Vertrauen in Rücksicht seiner Minister hatte, daß er durch einen gewissen Trotz im Charakter bisweilen die Mittheilungen der Freundschaft zurückschreckte. Einfach in seinem Geschmacke liebte er Arbeit und wahre Freuden. Prunklos, wie ohne lebhafte Leidenschaften, ließ er die Jagd und einige mechanische Künste seine einzige Erhohlung seyn. Er hatte die Geschichte vollkommen innen, und war einer der besten Geographen in Frankreich.

Mort de Louis XVI le 21. Janvier 1793.


Ludwigs XVI. öffentliche Ermordung.

Den 21. Jänner 1793.

Eine Begebenheit, welche den Gemahl einer österreichischen Prinzessinn betraf, und die politischen Verhältnisse des Hauses Oesterreich mit Frankreich gänzlich änderte, ist doch wohl hier an ihrem Platze? Die blutgierigen Maratisten und Jacobiner erklärten am 15. Jänner den im Kerker schon gequälten Ludwig XVI. einer Verschwörung wider die Freyheit, und eines Angriffs auf die Sicherheit des Staats schuldig, und verdammten ihn, mit einer erzwungenen Mehrheit von fünf Stimmen zum Tode. Vergebens zeigten de Seze und Tronchet in besondern Reden die rechtliche Ungültigkeit des Urtheils; vergebens appellirten sie in Ludwigs Nahmen an das Volk: der Convent blieb bey seinem Urtheil. Ludwig blieb ruhig und gelassen, als ihm der Justizminister Garat am 20. Jänner das Todesurtheil ankündigte. Die letzte Zusammenkunft des Königs mit seiner Gemahlinn, mit seinen Kindern und seiner Schwester war über alle Beschreibung rührend und erschütternd. Nachdem diese harte Prüfung überstanden war, beschäftigte er sich mit den tröstenden Vorstellungen der Religion. Seine Unterredungen mit dem Beichtvater Edgeworth athmeten wahre Frömmigkeit, und gemäßigtes Gefühl für alles Irdische. Sein Glaube an eine glückliche Unsterblichkeit hob seine Seele. Endlich am 21. Jänner früh, schlug die Stunde, da der königliche Märtyrer gefodert wurde, seinem Tode entgegen zu gehen. Mit stiller Ergebung folgte er dem General Santerre, im Wagen des Maire von Paris, zum Revolutionsplatze, wo das Blutgerüst aufgerichtet war. Er bestieg es mit der Ruhe und Standhaftigkeit, die nur Hoffnungen der Religion und Unschuld geben können. Entkleidet, mit abgeschnittenen Haaren und die Hände auf den Rücken gebunden, trat er vor die Guillotine, bezeugte unter dem wilden Geräusch der Kriegsmusik seine Unschuld, seine unveränderte Liebe gegen sein Volk, und bat Gott, seinen Feinden zu verzeihen, und seinen Tod dem Lande zur Ruhe und Wohlfahrt gereichen zu lassen. Darauf legte er sich hin auf die Blutmaschine; das Mordeisen fiel, und machte den Leiden des schuldlosen, redlichen Ludwigs ein Ende.

Mort de Louis XVI le 21. Janvier 1793.


Quellen und Literatur.

  • mb1811
  • Denkwürdigkeiten aus der Geschichte der österreichischen Monarchie. Auf jedem Tag des Jahrs gesammelt. Von G. A. Griesinger. Wien. Bey J. V. Degen, Buchdrucker und Buchhändler. 1804.