Ludwig von Wallmoden-Gimborn

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Biographien.

(1818) Zeitgenossen. Biographieen und Charakteristiken. Leipzig und Altenburg: F. A. Brockhaus. 1818.

(1819) Conversations-Lexicon oder encyclopädisches Handwörterbuch für gebildete Stände. Stuttgart bei A. F. Macklot. 1816.


Graf Ludwig Walmoden.

Graf Ludwig Walmoden, Oesterreichischer Generallieutenant und Oberbefehlshaber der kaiserlichen Truppen in Neapel, gebohren zu Wien am 9ten Febr. 1769, wo sein Vater der hannöverische F. M. Hanns Ludwig Graf von Walmoden, vom brittischen Könige Georg II. väterlich geliebt, als Gesandter stand. Der junge Walmoden trat sehr früh in das hannöverische Leibgarde-Regiment, 1790 aber in preußische Dienste. Er verließ sie als Husaren-Rittmeister und Generaladjutant des Divisionairs Wolfradt 1795, als Preußen, Kraft des Baslerfriedens, den Kriegsschauplatz verließ und das nördlich von dem südlichen Deutschland losriß. Er trat in österreichischen Dienste und machte von 1796 an alle Feldzüge mit, gar bald als ein trefflicher Parteigänger bekannt, zugleich auch vielfältig in diplomatischen Missionen gebraucht, wie in den lezten Monaten des Jahrs 1808 zur Vorbereitung jenes ewig unvergeßlichen Heldenkampfes Oesterreichs, wider den allgemeinen Tyrannen und die mit ihm verbündete Welt, nach England, um den Bundes- und Subsidienvertrag zwischen den Kabineten von S. James und Wien zu stiften, was ihm vollkommen gelang. Der Fürst Starhemberg lösten ihn gerade noch zur rechten Zeit ab, daß Walmoden (5ten und 6ten July 1809) einer der Helden von Wagram werden, und an diesen merkwürdigen Tagen das Theresien-Ordenskreutz zu erringen.

Nach abgeschlossenem Wienerfrieden, wurde Walmoden, der vom Rittmeister bis znm F. M. L. in der österreichischen Armee gedient hatte, Divisionair in Böhmen und verlebte seine Zeit meist in Prag, keinen großen politischen Ereignissen fremd. Im Febr. 1813, nach dem großen Gottesgericht auf Rußlands Eisfeldern über Bonaparte und seinen Rotten, quittirte Walmoden die österreichischen Dienste, um in gleichem Charakter in russische zu treten und die deutsche Legion zu commandiren, die aber in der Folge nicht zu Stande kam, jedoch wohl durch Preußens römische Entschlossenheit und heldenherrlichen Beitritt zu Kalisch, eine ganz andere Ausdehnung und viel höhere Bedeutung erhielt. Walmodens vortreffliches Benehmen in diesem ganzen Feldzuge, selbstständig und unter dem Kronprinzen von Schweden, sein herrlicher Sieg an der Görde und die gänzliche Vernichtung der Division Pocheux, die kluge und kühne Behauptung des Mecklenburgischen, wider Davoust's große Uebermacht, endlich der Feldzug in Schleswig, Holstein und Jütland, welcher von Dänemark den Frieden und Norwegens Abtretung erzwang, sind bekannt genug. Walmodens Name wetteiferte mit jenem des Gemahles seiner Schwester Wilhelmine, des Ministers, Carl Friedrich Freyherrn von Stein, zu Nassau. Nach dem zweiten Pariserfrieden verließ Walmoden wieder die russischen Dienste, und kehrte in das ihm von jeher besonders werthe Oesterreich zurück. -- Als der Graf Laval Nugent, römischer Fürst, neapolitanischer Herzog und Generalissimus der Truppen Ferdinands IV. wurde, berief der Fürst von Metternich den Grafen Walmoden nach Wien, um ihm den Oberbefehl des im Königreiche Neapel verbliebenen österreichischen Armee-Corps zu übertragen. Anfangs May 1817 trat er diese Stelle wirklich an.


Ludwig Graf von Walmoden.

Walmoden (Ludwig Graf von), zuletzt kaiserl. österreichischer Generallieutenant und Oberbefehlshaber der kaiserl. Truppen im Königreiche Neapel, ist geboren zu Wien am 9. Febr. 1769, wo sein Vater, Hans Ludwig Graf von Walmoden, als königl. großbrittanischer Gesandter angestellt war.

Er trat früh in das hannöversche Leibgarderegiment, im J. 1790 aber in königl. preußische Militärdienste.

Er verließ sie, als Preußen in Folge der basler Friedens die Waffen gegen Frankreich niederlegte, trat in österreichische und machte hier vom J. 1796 alle Feldzüge mit, worin er sich als trefflichen Parteigänger auszeichnete. Er wurde ebenfalls in diplomatischen Aufträgen gebraucht, und unterhandelte und schloß den Subsidienvertrag zwischen England und Oesterreich, als diese im J. 1809 von neuem gegen Frankreich die Waffen ergriff. Aus London zurückgekehrt, wohnte er der Schlacht bei Wagram (den 5. und 6. Juli) bei, und erkämpfte sich an diesen merkwürdigen Tagen den Theresienorden.

Nach dem wiener Frieden ward er, nachdem er sich bereits bis zur Stelle eines Feldmarschalllieutenants aufgeschwungen hatte, Divisionair in Böhmen, wo er meist in Prag, fern von politischen Berührungen, lebte.

Im Februar 1813 trat Walmoden mit gleichem Charakter in russische Kriegsdienste, wo er zum Chef der deutschen Legion bestimmt war, die jedoch nicht organisirt wurde. Er zeichnete sich in diesem Feldzuge gegen Napoleon und seine Verbündeten sowohl im eignen Obercommando als unter dem Kronprinzen von Schweden aus. Sein Sieg an der Gorde, die Vernichtung der französischen Division Pocheux, die kluge und kühne Behauptung von Mecklenburg gegen Davousts Uebermacht, der Feldzug in Schleswig, Holstein und Jütland, machen ihm viel Ehre.

Nach dem zweiten pariser Frieden verließ Walmoden die russischen Kriegsdienste und kehrte nach Oesterreich zurück. Im Anfange des Mais 1817 erhielt er an die Stelle des Grafen Nugent, der in neapolitanische Dienste trat, die Stelle des Oberbefehlshabers der im Königreiche Neapel zurückgebliebenen österreichischen Truppen.

Ein scharfer durchdringender Verstand, ein besonnener Ueberblick alles dessen, was zu Ausführung eines Unternehmens erfoderlich ist, ruhige Entschlossenheit und Festigkeit des Charakters sind, verbunden mit einem edlen Gemüth und großen Sinne, die Hauptzüge seines Wesens. Für eigentlich kühne gewagte Unternehmungen scheint er nicht gestimmt, allein dafür wird er desto sicherer sein Ziel erreichen, das er seinen Kräften angemessen zu wählen weiß. Er ist persönlich tapfer und scheut die Gefahr nicht. Er besitzt viel Kenntnisse und viel Bildung für die Welt. für die höhere Gesellschaft eignet er sich durch seine Sitten und die Gabe gut zu sprechen. Haß und Neid kennt er nicht, und selbst sein Ehrgeiz, der, edlerer Natur, keine Aeußerlichkeiten zum Ziel hat, ist ohne Leidenschaft. Deßhalb will er nie mehr scheinen als er ist, und selbst dieß lernt man nur durch seine Thaten erkennen.


Quellen und Literatur.

  • Zeitgenossen. Biographieen und Charakteristiken. Leipzig und Altenburg: F. A. Brockhaus. 1818.
  • Conversations-Lexicon oder encyclopädisches Handwörterbuch für gebildete Stände. Stuttgart bei A. F. Macklot. 1816.