Marie-Joseph Chénier

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Chenier (Maria Joseph), Mitglied des Instituts, gebohren 1762 zu Konstantinopel, wo sein Vater als französischer Konsul residirte, nachdem er diesen Platz lange Zeit zu Marokko bekleidet hatte.

Sein angebohrnes Talent zu Poesie weihte ihn, von dem ersten Augenblicke der Revolution an, der Theaterliteratur und man hat ihm den größten Theil der Revolutionsstücke, als Heinrich VIII., Calas, Gracchus, xc. zu verdanken.

Er ward Mitglied der Munizipalität vom 10ten August 1792, war Verfasser des Gesuchs um Absetzung des Königs, und zeichnete sich unter den Anstiftern der Ereignisse dieses Tages aus. Die Oden, die man bey den Jahresfesten des 14ten July und 10ten August, bey den Festen der Vernunft, und bey allen dergleichen Vorfällen sang, sind ebenfalls von ihm. Als Deputirter des Seine- und Oisedepartements bey dem Nationalkonvent votirte er Ludwigs XVI. Tod. Im Januar 1795 legte er eine Liste von 100 Gelehrten, Dichtern und Künstlern vor, unter die er 300,000 Livres vertheilen ließ.

Nachdem er in den Rath der 500 getreten war, ward er in der ersten Sitzung zum Sekretair und den 22sten November 1795 zum Präsident ernannt. In der Sitzung vom 18ten Brümaire zu St. Cloud votirte er die Auflösung des gesetzgebenden Korps, und ward unter der Konsularverfassung Mitglied des Tribunats; im März 1802 war er aber in dem ersten Fünftheil der Tribunen begriffen, die auf Anordnung des Erhaltungssenats austreten mußten.

Den 1sten Vend. des Jahres VI., nachdem er eine Ode auf den Tod des General Hoche gemacht hatte, ward er zum Nationaldichter ausgerufen und 1804 zum Generalinspektor der Studien und zum Legionär ernannt. Als Mitglied des Nationalinstituts stattete er den bekannten Bericht über die Klasse des schönen Wissenschaften an den Kaiser Napoleon ab.


Quellen und Literatur.

  • Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811. In Commission bey Peter Hammer.