Marie Auguste Paris

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Marie Auguste, Baron Paris, General-Lieutenant, geb. 1771 zu Villeneuve, im Depart. des Gard, st. zu Perpignan am 3. Juni 1814.

Paris hatte früh seinen Vater verloren und wurde von seiner Mutter zum geistlichen Stande bestimmt. Da er jedoch hierzu keine Neigung fühlte, so begab er sich zu seinen Brüdern, die ein Handelshaus zu Bordeaux errichtet hatten, um sich ebenfalls der Handlung zu widmen.

Bei dem Einfalle der Spanier ließen sich alle 5 Brüder in derselben Compagnie anwerben. Marie August Paris wurde kurz darauf als Capitän von der Pyrenäen-Armee in die Vendé versetzt, und von dort unter Victor Huiges, von Rochefort aus, nach den Colonien geschickt. Sein Bataillon war es, das den Engländern Guadeloupe wieder entriß, ja er erhielt später, nach der Deportation des Generals Desfourneaux, und nachdem er selbst zum Brigadegeneral ernannt worden war, das Commando über diese Insel. Nach seiner Rückkehr nach Frankreich diente er zuerst (1809) vor Vließingen und dann in Spanien unter Suchet, wo er an der Spitze seiner Brigade, durch einen kräftigen Angriff, den Sieg bei Sagunt entschied. Hierauf erhielt er den Oberbefehl in Saragossa und war 1813 der Letzte, der den spanischen Boden verließ. Dessen ungeachtet gelang es ihm wieder, zu dem Corps des Marschall Soult zu stoßen, worauf er, ungeachtet er sehr an seinen Wunden litt, thätigen Antheil an allen Operationen dieses Feldzugs nahm, der mit der Schlacht von Toulouse endigte. Nach dem Frieden wurde er wieder zum Corps des Marschall Suchet versetzt, und starb bald darauf an den Folgen seiner Wunden und den Beschwerden des Kriegs.


Quellen und Literatur.

  • Dr. R. Fl. Leidenfrost's französischer Heldensaal oder Leben, Thaten und jetzige Schicksale der denkwürdigsten Heroen der Republik und des Kaiserreichs, insonderheit der Waffengefährten und Marschälle Napoleons. Ilmenau, 1828. Druck und Verlag von Beruh. Friedr. Voigt.