Marie François Auguste de Caffarelli du Falga

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Biographien

(1811) Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811.

(1814) Minerva. Ein Journal historischen und politischen Inhalts. Für das Jahr 1814.

(1828) Dr. R. Fl. Leidenfrost's französischer Heldensaal oder Leben, Thaten und jetzige Schicksale der denkwürdigsten Heroen der Republik und des Kaiserreichs, insonderheit der Waffengefährten und Marschälle Napoleons. Ilmenau, 1828.

Caffarelly.

Caffarelly, diente anfangs als blosser Offizier unter den sardinischen Truppen, trat hierauf in Dienste der Republik, zeichnete sich durch seine militärischen Talente aus, ward Generaladjutant und wohnte in diesem Charakter mehreren Feldzügen bey.

Bonaparte nahm ihn als Adjutant zu sich und Caffarelly ward bald zum Brigadegeneral befördert und begleitete den ersten Konsul im July 1803 nach Brüssel, wo ihm ein Sturz vom Pferde eine Wunde an der Achsel verursachte. Kaum war er wieder hergestellt, so begab er sich nach Rom, um die Vorbereitungen zu der Reise des heiligen Vaters nach Frankreich zu treffen.

Den 1sten Februar 1805 ward er zum Divisionsgeneral und wenige Tage darauf zum Gouverneur des Pallasts der Thuillerien und zum Kommandant der Ehrenlegion ernannt.

Zu Ende des Jahrs 1805 befand er sich bey der grossen Armee in Deutschland, übernahm in Linz das Kommando der Division des General Bisson, und kommandirte diese Division bey der Bataille von Austerlitz.


Caffarelli.

Der als kaiserl. Commissär nach Toulouse gesandte Staatsrath Caffarelli ist in Sardinien geboren; er diente erst als Officier unter den sardinischen Truppen und trat nachher in die Dienste der französischen Republik, ward General-Adjutant, und machte als solcher die ersten Feldzüge mit. Der General Bonaparte nahm ihn als Adjutant zu sich und er avancirte dann bis zum Divisionsgeneral, in welcher Eigenschaft er in allen neuern Kriegen diente. Er war während seiner Laufbahn oft mit besondern Missionen beauftragt, die ein besonderes Vertrauen erheischten. So mußte er unter andern alle Anstalten zur Abführung Pius VI. nach Frankreich treffen.


Marie François Auguste, Graf Caffarelli.

Marie François Auguste, Graf Caffarelli, General-Lieutenant, geb. zu Falga in Languedoc den 7. Octob. 1766.

Er nahm 1785 sardinische Dienste, ging dann 1793 in ein Regiment über und wurde Flügeladjutant beim General Dagobert.

Am 28. März 1794 erhielt er den Grad als Generaladjutant und Brigadier und machte darauf die Feldzüge bei der Ost-Pyrenäenarmee mit.

Der erste Consul berief ihn darauf nach dem 18. Brumaire im Jahr 8 als Flügeladjutant zu sich, übertrug ihm die Aufsicht über den Generalstab der Consulargarde und ernannte ihn (16. Mai 1802) zum Brigadegenral. Auch sandte ihn derselbe (1804) nach Rom, um den Papst zu bestimmen, die Krönung des Kaisers zu vollziehen.

Zum Divisionsgeneral (1. Feb. 1805) ernannt, wohnte Caffarelli dem Feldzuge gegen Oestreich bei und zwar zuerst als Flügeladjutant des Kaisers, nach der Verwundung des Divisionsgenerals Besson aber, der (31. Oct.) bei dem Uebergange über die Traun verwundet wurde, übernahm er den Oberbefehl über diese Division, mit der er sich unter Cannes bei Austerlitz befand. Ein Corps russischer Uhlanen verfolgte eine Abtheilung französischer Cavallerie mitten durch die Zwischenräume der Infanterie der Division Caffarelli und Rivaud, welche alsbald eine Linie bildeten und durch ihr wohlgerichtetes Musketenfeuer 400 Feinde tödteten. Die Division Caffarelli nahm dem Feinde auf der Flucht noch eine große Menge Gepäcks ab, wofür ihr Anführer vom Kaiser das Kreuz der Ehrenlegion als Großoffizier und (8. Febr. 1806) das Großkreuz erhielt.

Um diese Zeit ging er mit dem Prinzen Eugen, der Vicekönig von Italien geworden war, nach diesem Lande ab und erhielt bald darauf die Stelle als Kriegsminister, das Comthurkreuz des Ordens der eisernen Krone und von Napoleon (1809) die Grafenwürde.

Im folgenden Jahre ward ihm das Gouvernement über die spanische Provinz Biscaya anvertraut. Er schlug hier (Juni 1811) den Guerilla-Anführer Espoz-Y-Mina im Ulzama Thale, bekam dann (1812) auch die Aufsicht über Navarra und Alt-Castilien und wirkte mit zu den Operationen der Franzosen, welche (22. Sept.) die Engländer zwangen die Belagerung von Burgos aufzuheben, so wie er auch bis an den Duero die französische Armee begleitete. Da er jedoch dabei die Küsten Biscayas von Truppen zu sehr entblößt hatte, landeten Engländer und Spanier, und unternahmen die Belagerung von Santona. Bei seiner Ankunft aber gaben sie diesen Plan auf und zogen sich zurück, und zwar die Spanier in die Gebirge, die Engländer aber auf ihre Schiffe.

In Spanien verweilte er bis zur Thronentsagung Napoleons, unterwarf sich dann Ludwig XVIII. und erhielt kurz darauf das St. Ludwig's-Kreuz.

Während der hundert Tage, sandte ihn Buonaparte nach Bretagne, um die Ruhe daselbst zu erhalten; doch die Schlacht von Waterloo endigte seine Dienste; er wurde als Generallieutenant, nach 30jährigem Dienste, auf die Pensionsliste gesetzt.


Quellen und Literatur.

  • Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811. In Commission bey Peter Hammer.
  • Minerva. Ein Journal historischen und politischen Inhalts. Für das Jahr 1814. Leipzig, in der Expedition der Minerva.
  • Dr. R. Fl. Leidenfrost's französischer Heldensaal oder Leben, Thaten und jetzige Schicksale der denkwürdigsten Heroen der Republik und des Kaiserreichs, insonderheit der Waffengefährten und Marschälle Napoleons. Ilmenau, 1828. Druck und Verlag von Beruh. Friedr. Voigt.