Marzio Mastrilli

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Gallo (Marquis von) war Neapolitanischer Botschafter in Wien.

Sein König gebrauchte ihn bei den schwierigsten Unterhandlungen während des Revolutionskrieges. Im Monat Mai 1795 wurde er zum Premierminister an Actons Stelle ernannt, lehnte aber diesen Antrag ab. Als der König von Neapel 1797 seine Vermittelung zwischen Oestreich und Frankreich anbot, wohnte Gallo den Conferenzen zu Udine bei und unterzeichnete den 17. Oct. zu Campo Formio den zwischen Ungarn und Böhmen und der Französischen Republik abgeschlossenen Frieden. Er erhielt zur Belohnung den Orden des goldnen Vließes.

Sein Monarch benutzte abermals seine Dienste 1798, 1799 und 1800 in verschiedenen wichtigen Geschäften mit Frankreich. In der Zwischenzeit hatte er einen Kampf mit Acton zu bestehen, dessen System der Strenge er sich widersetzte. Als ernannter Vicekönig von Sicilien erhielt er den Befehl, daselbst nur in Uebereinstimmung mit Acton zu handeln.

Gegen Ende des Jahrs 1802 ging er als Botschafter des Königs beider Sicilien zur Italiänischen Republik und von da nach Frankreich. Bei der Krönung Napoleons zum König von Italien war er im Mai 1805 in Mailand gegenwärtig und gegen Ende Septembers unterzeichnete er einen Vertrag mit Frankreich wegen Räumung des Neapolitanischen von den Französischen Truppen, welcher in dem Augenblick der Unterzeichnung schon gebrochen wurde. Nach der Landung der Russen und Engländer in Neapel nahm er seine Entlassung, mußte aber im Januar 1806, gleich nach der Rückkehr des Kaisers, Paris verlassen.

Der König Joachim ernannte ihn wieder zum Minister der auswärtigen Angelegenheiten, welche Stelle er bis zum Ende der Muratschen Regierung begleitete.

Nach der Wiederherstellung des Königs Ferdinand hat er keinen Antheil mehr an der Staatsverwaltung erhalten.


Quellen und Literatur.

  • Conversations-Lexicon oder encyclopädisches Handwörterbuch für gebildete Stände. Stuttgart bei A. F. Macklot. 1816.