Maximilien Sébastien Foy

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Maximilien Sebastien, Comte de Foy, General-Lieutenant, geb. zu Ham in der Picardie den 8. Februar 1775, starb den 28. November 1825.

In der Artillerieschule zu la Fère erzogen, diente Foy nach und nach unter Dampierre, Custine, Houchard, Jourdan und Pichegru, wurde im Juni 1794 vor das Revolutionstribunal gestellt und bekam erst durch die Revolution vom 9. Thermidor Jahr 2 (27. Juli 1794) seine Freiheit wieder und eine Anstellung bei der Mosel-Armee, wo er die Feldzüge von 1795 bis 1797 mitmachte. Bei dem Rheinübergange zu Diersheim (21. Apr. 1797) stellte er nach eignem Gutdünken seine Compagnie leichter Artillerie in einer Rheininsel, 100 Toisen von den Feinden, auf, fügte denselben großen Schaden zu und trug viel zu dem glücklichen Ausgang dieses Unternehmens bei, obgleich er dabei selbst eine schwere Wunde bekam. Er diente darauf (1798) in der Armee von England, wohnte dem Feldzuge in der Schweiz, und (1799) in der Donauarmee unter Massena bei, wobei er abermals in die Schweiz zu stehen kam. Beim Uebergange über die Limmat (25. Sept.) hielt er mit 9 Kanonen einen Angriff von 2000 russischen Reitern auf, rettete seine Kanonen, fügte den Feinden großen Schaden zu und wirkte so zu dem glücklichen Ausgange dieses Tages kräftig mit. Zum Generaladjutanten ernannt, focht er darauf (1800) am Rhein und (1801) in Italien, befehligte (1803) an den Küsten der 16. Militär-Division die schwimmenden Batterien, wurde dann zum 2. Armeecorps der großen Armee in Deutschland (1805) versetzt und ging (1807) auf Befehl Buonaparte's nach Constantinopel, um 1200 Kanoniere zu befehligen, welche der Kaiser dem Sultan Selim überließ, der jedoch in dem Augenblicke, wo die Franzosen die türkische Grenze überschritten, seines Thrones entsetzt wurde. Die Kanoniere kehrten daher zurück; Foy aber setzte seine Reise fort und kam gerade zur rechten Zeit, um mit Sebastiani Constantinopel gegen einen englischen Angriff in Sicherheit zu setzen. Aus der Türkei begab er sich darauf nach Portugal, wo er (3. Sept.) zum General über eine Brigade Infanterie im 2. Armeecorps ernannt wurde. Von dem Herzog von Dalmatien abgeschickt, um Oporto zur Uebergabe aufzufordern, fiel er Insurgenten in die Hände und würde sein Leben verloren haben, wenn ihn nicht die Ankunft der französischen Armee gerettet hätte. Am 29. Nov. 1810 bekam er den Rang als Divisionsgeneral. Im März 1811 sandte ihn Massena nach Paris, um den Kaiser von der schwierigen Lage der Armee zu benachrichtigen. Den Insurgenten abermals in die Hände fallend, entging er zum zweitenmal nur mit Mühe dem Tode und kam fast ohne Kleidung in der Hauptstadt an. Er kaufte sich daher eine Uniform und ließ sich dem Kaiser vorstellen, der ihn noch nie gesehen hatte. Die Art, wie er Rechnung von den Operationen, Hülfsmitteln und der Lage der Armee von Portugal ablegte, gewann ihm die Gunst Napoleons. Von andern erfuhr Napoleon die Ausplünderung Foy's auf dem Wege nach Paris, und ließ ihn daher rufen, indem er ihn nach den Beweggründen von seinem Stillschweigen fragte: "Dies betraf nur mich, entgegnete Foy; ich hielt dafür, daß diese Begebenheit für Ew. Majestät keine Wichtigkeit hätte." Ein Geschenk von 20,000 Franken entschädigte ihn für den erlittenen Verlust.

Nach Portugal zurückgekehrt, focht er mit großer Tapferkeit in der Schlacht bei Salamanca oder den Arapilen (22. Juli), vermochte aber nicht den Sieg an die französischen Fahnen zu fesseln, so wie auch zu Astorga, Burgos und bei andern Gefechten, unterzeichnete dann die Unterwerfungsacte, befand sich (1815) in den Schlachten bei Ligny und Waterloo und bekam in der letztern abermals eine Wunde und zwar die funfzehnte und ward dann nach der zweiten Wiedereinsetzung des Königs in den Civildienst versetzt. Seine freisinnigen Ansichten zeichneten ihn stets unter den Mitgliedern der Kammern aus, so daß auch bei seinem Tode sich die Stimmung der Nation auf eine glänzende Weise durch eine Subscription für seine Kinder kund that.

Wetterfahnen Frankreichs.

Foy (De). Unter dem Kaiser Divisionsgeneral am 29. November 1810. Reichsgraf; Kommandeur der Ehrenlegion. Vom Könige am 29. July 1814 zum Grossoffiziere dieser Legion, und zum Ludwigsritter ernannt.

Quellen und Literatur

  • Die Wetterfahnen Frankreichs oder unsere Zeitgenossen, wie sie sind. Herausgegeben von einer Wetterfahnen-Gesellschaft. Leipzig, bey Gerhard Fleischer dem Jüngern. 1816.
  • Dr. R. Fl. Leidenfrost's französischer Heldensaal oder Leben, Thaten und jetzige Schicksale der denkwürdigsten Heroen der Republik und des Kaiserreichs, insonderheit der Waffengefährten und Marschälle Napoleons. Ilmenau, 1828. Druck und Verlag von Beruh. Friedr. Voigt.