Michael von Melas

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Melas, ein in dem französischen Kriegen von 1795 - 1800 berühmt gewordner österreichischer General. Er stammte aus Mähren, und focht zuerst im siebenjährigen Kriege, wo er Adjudant des Feldmarschalls Daun war.

In den Jahren 1793 und 1794 wurde er als Generalmajor, dann als Feldmarschalllieutenant an der Sambre und im Trierschen angestellt, ging 1795 zur Rheinarmee und im März 1796 zu der Armee in Italien, deren Obercommando er im Juni einstweilen übernahm, dann diente er unter verschiednen Oberfeldherren. Als Anführer der österreichischen Armee, die 1799 unter Suwarow agirte, unterstützte er denselben kräftig und verfolgte die Vortheile, mit denen der General Kray vor seiner Ankunft den Feldzug eröffnet hatte. Vorzüglichen Ruhm erwarb ihm die Schlacht bei Cassano, in deren Folge er sich mit Organisation der Lombarden beschäftigte, die Schlacht von Trebia, und vornehmlich die bei Novi. Nachdem Suwarow sich gegen Massena in die Schweiz gewendet hatte, commandirte Melas die österreichische Armee von 60,000 Mann, mit denen er den 3ten November den General Championnet bei Imola schlug, wodurch die Franzosen den Platz Coni verloren.

Dagegen war er in dem Feldzuge 1800 unglücklich. Nachdem er das schwache Heer der Franzosen unter Massena zurückgeschlagen hatte, verlor er viel Zeit vor Genua, während der Consul Bonaparte über die Alpen ging, seine Colonnen sammelte und in der Ebene ausbreitete, die österreichischen Magazine aufhob, und endlich ihn von aller Verbindung mit Oesterreich abschnitt. Melas griff darauf, mehr durch den Mangel an Lebensmitteln, als durch seine Stellung genöthigt, die Franzosen den 16ten Juni bei Marengo (s. d. Art.) heftig an, verlor aber diese berühmte Schlacht und alle Hoffnung zum Rückzuge. Um dem gewissen Untergange seiner Armee zuvorzukommen, sah er sich genöthigt, eine Capitulation zu unterzeichnen, die der einer belagerten Festungsgarnison glich; seine Truppen zogen sich in 3 Colonnen unter Mantua zurück, alle Festungen von der französischen Gränze bis dahin wurden den Franzosen eingeräumt, und man kam über einen Waffenstillstand überein, um während desselben Friedensvorschläge nach Wien zu senden. Melas verließ darauf die Armee, wurde zum Commandanten von Böhmen ernannt und starb zu Prag 1807.


Anekdoten.

Als der östreichische General Melas nach der Schlacht bey Marengo seine Armee fliehen und sich zwischen mehr als 10,000 todten und verwundeten Franzosen und Oestreichern verlassen sah, schickte er an Bonaparte einen Trompeter und einen Brief des Inhalts: "Um Gottes Willen, mein Herr! lassen Sie die Metzeley aufhören! Ich willige in Alles." Melas soll sich nachher gegen die Seinigen haben ver- verlauten lassen: "Wenn es Friede wird, so muß ich diesen Mann (Bonaparte) kennen lernen; er ist der Erste, der mich im offenen Felde schlug."

B. schickte dem General Melas, als Zeichen seiner Hochachtung, einen prächtigen türkischen, aus Aegypten mitgebrachten Säbel.


Quellen und Literatur.

  • Conversations-Lexicon oder encyclopädisches Handwörterbuch für gebildete Stände. Stuttgart bei A. F. Macklot. 1816.
  • Anekdoten, Charakterzüge und Aktenstücke aus Bonaparte's Leben. Aus dem Französischen übersetzt. Erfurt, In der Henningsschen Buchhandlung 1801.