Michel Marie Claparède

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Michel, Comte Claparède, Pair und General-Lieutenant, geb. zu Gignac in Languedoc 1774.

Als Freiwilliger 1792 die Waffen ergreifend, kämpfte Claparède in Italien und Deutschland, wurde im Dec. 1800 als Generaladjutant mit der Expedition nach St. Domingo geschickt und zeichnete sich bei allen Gelegenheiten so sehr aus, daß ihm (27. Novbr. 1802) der Grad als Brigadegeneral zuerkannt wurde. Von Frankreich aus, wohin er indeß zurückgekehrt war, nahm er zu Ende des Jahres 1804 an der Seeexpedition, die aus dem Hafen von Rochefort auslief, ebenfalls Antheil und trug durch Erstürmung eines Forts zur Wegnahme der englischen Insel Dominique bei. Nach diesem glücklichen Unternehmen kehrte die Expedition nach Frankreich zurück und Claparède erhielt bei der großen Armee in Deutschland eine Anstellung. Er befand sich in der Schlacht bei Ulm und Austerlitz. In der letztern vertraute Napoleon dem 17. leichten Infanterieregimente, welches Claparède befehligte, die Vertheidigung des wichtigen Posten bei Santon an, dessen sich Fürst Bagration, aller Anstrengungen ungeachtet, nicht bemächtigen konnte. Für neue Thaten bei Saalfeld, Jena und Pultowsk ernannte ihn der Kaiser (8. Oct. 1808) zum Divisionsgeneral. Im folgenden Jahre machte er den Feldzug gegen Oestreich unter dem Befehle des Marschall Oudinot mit. An der Spitze dieses Armeecorps stieß Claparède am Morgen des 3. Mai 1809 vor Ebersberg auf die Vorhut der östreichischen Armee und ließ sie unverzüglich durch die Brigade Cöhorn in dem Augenblicke angreifen, als sie über die Brücke auf das rechte Ufer der Traun übersetzte. Diese Bewegung der Oestreicher unterstützte eine zahlreiche Artillerie, welche die Brigade Cöhorn zum Rückzuge zwang. Claparède eilte mit dem übrigen Theil seiner Division ihr zu Hülfe und drang in dichtgedrängten Hausen über die ziemlich lange Brücke vor, wodurch eine große Anzahl östreichischer Kanonen, Wagen, Karren und Soldaten in die Traun geworfen wurden. Schon befand sich ein Theil der Division Claparède an den Thoren Ebersberg, als die ersten Bogen der Brücke nach der Stadt zu ein Raub des Feuers wurden, welches zugleich auch einige nah gelegene Häuser ergriff. Durch dies unglückliche Ereigniß befanden sich diese Truppen in einem Augenblicke getrennt und hatten mit 80,000 Oestreichern zu kämpfen, welche der General Hiller in Schlachtordnung auf den Höhen hinter der Stadt aufgestellt hatte. Ungeachtet diese Division nur aus 7000 Mann bestand, widerstand sie doch allen Anstrengungen der Feinde mit der größten Unerschrockenheit, bis durch die übrigen Divisionen des Armeecorps die Verbindung wieder hergestellt wurde. Die Division Claparède verlor bei dieser Gelegenheit mehr als 300 Todte und 700 schwer Verwundete, da hingegen der östreichische Verlust 4500 Todte, 6000 Gefangene, 4 Kanonen und 2 Fahnen betrug. Mit gleicher Auszeichnung kämpfte Claparède in den Schlachten von Eßlingen und Wagram, so wie in Portugal, Rußland und Sachsen. Kurz vor dem Einzuge der Alliirten in Paris befehligte er unter den Mauern dieser Hauptstadt eine Infanteriedivision von 6 Regimentern.

Nach der zweiten Restauration war er Mitglied des Kriegsgerichts, welches das Todesurtheil des Marschall Ney aussprach.


Quellen und Literatur.

  • Dr. R. Fl. Leidenfrost's französischer Heldensaal oder Leben, Thaten und jetzige Schicksale der denkwürdigsten Heroen der Republik und des Kaiserreichs, insonderheit der Waffengefährten und Marschälle Napoleons. Ilmenau, 1828. Druck und Verlag von Beruh. Friedr. Voigt.