Johann von Michelsohnen

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Michelson (Johann von), ein ausgezeichneter russ. General, Ritter mehrerer russischen Orden, ward 1740, wahrscheinlich in Liefland, geboren, trat 1754 in russische Kriegsdienste bei der Garde, diente im siebenjährigen Kriege und ward in der Schlacht von Zorndorf durch einen Bajonetstich verwundet und zum Premierlieutenant befördert, 1758 aber in den Schlachten von Züllichau und bei Frankfurt an der Oder durch drei Kugeln blessirt und zum Capitain erhoben.

In den Jahren 1769 und 1770 wohnte er als Major dem Türkenkriege bei, und ward in der Schlacht von Larga am Arm verwundet.

Im J. 1771 commandirte er in Polen ein besonderes Detachement, und zeichnete sich durch Muth und Tapferkeit aus. Unter dem Helden Suwarow wohnte er der Einnahme von Krakau bei, commandirte hernach bei Lublin, und erwarb sich durch seine Bravour, Leutseligkeit und Uneigennützigkeit einen glänzenden Ruhm. Bei Radom brachte er dem Marschall Pulawsky, der ganz Rußland bedrohte und der Kaiserin Katharina große Besorgnisse erregte, eine gänzliche Niederlage bei, und rettete den König von Polen, Stanislaus, aus seinen Händen.

Vorzüglich wichtig aber waren seine Dienste gegen den Rebellen Pugatschew (1774), welchen er nach mehreren Siegen in eine Wüste trieb, wo er von dem Reste seines Anhangs zur gerechten Bestrafung ausgeliefert wurde. Zur Belohnung wurde er Oberster.

In dem russisch-schwedischen Kriege commandirte er als Generallieutenant unter dem Grafen Mußin Puschkin, nöthigte Gustav III. die Belagerung von Friedrichshamm aufzugeben, eroberte 1780 die ganze schwedische Landschaft Sawolar und wurde dann auf eignes Verlangen zur großen Armee in der Moldau gegen die Türken gezogen. Hier commandirte er unter dem Fürsten Potemkin das Observationscorps bei Ismail. Die Kaiserin Katharina ernannte ihn zum Major der Leibwache und Chef der Garde zu Pferde. Als solcher trug er sehr viel zur glücklichen Beendigung des Kriegs mit Schweden bei.

Im J. 1805 stieß er als General einer Division zu Kutusow in Mähren, wo er an der Niederlage von Austerlitz Theil nahm.

Im J. 1806 erhielt er als General der Cavallerie den Oberbefehl über die in der Moldau, Walachei und Bessarabien eingerückten russischen Heere, besetzte die Festungen Chozym und Bender, schloß Ismail ein, und Schlug die Türken bei Turbatz und Csardartsm, und hielt seinen Einzug in Bukarest. Allein die vielen Kriegsstrapazen hatten seinen Körper geschwächt; er unterlag der Gicht und starb zu Ende des Jahres 1806.


Quellen und Literatur.

  • Conversations-Lexicon oder encyclopädisches Handwörterbuch für gebildete Stände. Stuttgart bei A. F. Macklot. 1816.