Moïse

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Moyse, Negergeneral auf St. Domingo, war kaum 20 Jahre alt, als die Unruhen in dieser Kolonie ihren Anfang nahmen.

Seine gute Gesichtsbildung und sein Muth liessen ihn bald unter seinen Kameraden auszeichnen, und der General Jean-Francois gab ihm das Oberkommando des Quartiers von Dondon. Er schloß sich hierauf an Toussaint-Louvertüre an, der ihn 1797 zu einem seiner Lieutenants, mit dem Charakter eines Brigadegenerals, und 1800 zum Divisionsgeneral ernannte.

Moyse fühlte bey guter Zeit, daß er sich nothwendig unterrichten müsse, um die Achtung der Europäer zu verdienen; er hat mitten im Felde lesen und schreiben gelernt, und hielt sich ein Tagebuch über alles, was ihm aufstieß.

Toussaints Despotism mißfiel ihm indeß, und er äusserte sich mit wenig Schonung darüber; seine Nebenbuhler wurden seine heimlichen Ankläger bey dem Obergeneral; es entstand eine gegenseitige Erbitterung zwischen ihnen, und alle Aussöhnung wurde unmöglich. Toussaint, voll Mißtrauen und Eifersucht, hatte noch dazu erfahren, das Moyse heimliche Zusammenkünfte mit den Franzosen, welche nach Europa sich einschifften, gehabt, in denen er ihnen, wie man glaubt, versprochen hatte, die neuen Truppen, welche nach Domingo geschickt werden sollten, zu unterstützen; er opferte ihn demnach seinen Ehrgeitze auf, und ließ ihn an der Mündung einer Kanone sterben, nachdem er ihn zu Port au Prince von einer Kommission als einen der Anstifter des Aufstandes vom 21. Dezember 1801 hatte verurtheilen lassen.

Quellen und Literatur

  • Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811. In Commission bey Peter Hammer.