Montholon

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Montholon (Graf), mit seiner Gemahlin freiwilliger Theilnehmer des Exils Bonaparte's auf St. Helena, stammt aus einer angesehenen Familie her, widmete sich frühzeitig den Waffen und wurde zuerst den 18. Brumaire als Adjutant Bonaparte's genannt.

Seitdem war sein Schicksal von dem Schicksale Napoleons unzertrennlich. Er begleitete ihn auf allen seinen Feldzügen und zeichnete sich in den großen Schlachten von Austerlitz, Jena, Friedland und Wagram rühmlich aus. Montholon wurde dann zum Kammerherrn ernannt und als Gesandter nach Würzburg geschickt. Seine Vermählung mit einer von einem Neffen Cambaceres geschiedenen Frau, deren Einführung am Hofe zu Würzburg nach der französischen Etikette als ein Scandal betrachtet wurde, brachte ihn eine Zeit lang bei Napoleon in Ungnade, und Montholon wurde von seiner Gesandtschaft zurückgerufen.

Bei der Invasion von 1814 focht er mit Ruhm gegen die Oesterreicher, und befand sich dann in Fontainebleau bei Napoleon, als dieser abdankte und nach Elba ging. Nach dessen Rückkehr im März 1815 eilte Montholon ihm bis Fontainebleau entgegen, und in dem Augenblick, wo ihn Napoleon gewahrte, ertheilte er ihm auch das Commando seiner Escorte. Von dieser Zeit an hat ihn Montholon nicht verlassen. Er focht an seine Seite in den Schlachten von Ligny und von Waterloo, begleitete ihn nach Paris zurück, war in Malmaison nach der zweiten Abdankung Napoleons bei ihm, begleitete ihn nach Rochefort und dann auf den Bellerophon, und von da auf den Northumberland, welche Napoleon und mit ihm seine Getreuen, Montholon, Las Cases, Bertrand und Gourgaud nach St. Helena brachte. Las Cases und Gourgaud sind nach Europa zurückgekehrt. Montholon und Bertrand verweilen noch auf St. Helena.


Quellen und Literatur.

  • Conversations-Lexicon oder encyclopädisches Handwörterbuch für gebildete Stände. Stuttgart bei A. F. Macklot. 1816.