Tomás de Morla y Pacheco

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Morla (Don Thomas) ist in der neuesten Geschichte der Spanier bekannt. Schon früh ausgezeichnet durch Talente und Kenntnisse, ward er unter Carl III. in auswärtige Länder gesandt, um seine militärischen Kenntnisse zu vermehren. Er durchreisete Frankreich, England, Rußland, Schweden und Deutschland, und hielt sich lange in Preußen auf, wo er von Friedrich II. geschätzt ward.

Nach seiner Rückkehr nach Spanien verbesserte Morla die Artillerieschule und Stückgiessereyen. Er zeichnete sich in dem Kriege zwischen Frankreich und Spanien 1793 aus und ward 1795 zum Generallieutenant ernannt. Seit dieser Zeit war er der Vertraute des Friedensfürsten in Militärangelegenheiten und zum Chef des Generalstabs des Generalissimus und Generalinspektor der Artillerie ernannt. Er war der Urheber der 1803 erfolgten neuen Organisation der spanischen Armee.

Da er unter den spanischen Generalen einer der ersten war, der sich für die Insurrektion gegen die Franzosen erklärte, so ernannte ihn die Junta von Madrid zum Generalkapitän von Andalusien, an die Stelle des unglücklichen Solano, der vom Pöbel ermordet worden war. Morla bemächtigte sich in diesem Posten der französischen Flotte, die sich im Hafen von Kadix befand. Bey Annäherung der Gefahr von Madrid wurde er dahin berufen, und hatte vor der Besitznahme dieser Hauptstadt die bekannte Unterredung mit Kaiser Napoleon; trat aber dann in die Dienste des neuen Königs von Spanien, Joseph, über, und ist jetzt Präsident des Kriegs- und Marine-Ministeriums.

Morla ist über 70 Jahre alt, ein groffer, hagerer Mann, gelb wie ein Mulatte. Seine Physiognomie, sein strenger Ton, sein rauher und unbiegsamer Charakter machten ihn zu einem Anführer geeignet. Er ist Verfasser eines meisterhaften Werkes über die Artillerie, welches auch ins Deutsch übersetzt ist.


Quellen und Literatur.

  • Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811. In Commission bey Peter Hammer.