Nicolas Joseph Maison

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Nicolaus Joseph Maison, General-Lieutenant und französischer Pair, geb. zu Epinay d. 19. Dec. 1771.

In einem der Pariser Bataillone (1792) Dienst nehmend, wurde er noch in demselben Jahre Capitän und zeichnete sich in der Schlacht von Jemappes aus, in Folge abgeschmackter Beschuldigungen von den Volksrepräsentanten abgesetzt, verschaffte die allgemeine Achtung der Armee ihm Gerechtigkeit, worauf er als Adjutant bei der Nord- und später bei der Sambre- und Maasarmee fast an allen Gefechten derselben Theil nahm, und darauf zur Division Bernadottes versetzt wurde. Mehrere glänzende Waffenthaten erwarben ihm den Rang eines Bataillonschefs, und Bernadotte, der ihn zu seinem Generaladjutanten erhoben, bediente sich seiner bei einigen wichtigen Sendungen. Nach dem Feldzuge von 1805 zum Brigadegeneral ernannt, gehörte er im folgenden Jahre zu dem Corps, das Blüchern bis Lübeck verfolgte. Nach Eroberung der Stadt sogleich zum Gouverneur ernannt, ließ er sich es gar sehr angelegen seyn, der Zügellosigkeit der Soldaten ein Ziel zu setzen. Später nach Spanien geschickt, trug er durch ein kühnes Manövre wesentlich zum Siege bei Espinoza bei, und wurde kurz darauf, kaum von den dabei erhaltenen Wunden wieder hergestellt, beordert, zu dem Marschall Bernadotte in Antwerpen zu stoßen. Im russischen Feldzuge, in Folge mehrerer glänzenden Waffenthaten zum Divisionsgeneral ernannt, widerstand er aufs hartnäckigste dem Angriffe Witgensteins bei Potolsk, der allein von seiner Division 2000 Mann seiner besten Truppen verlor. Nachdem Oudinot und Legrand schwer verwundet worden waren, erhielt er den Oberbefehl über das 2te Corps, das er als Garnison in Küstrin zurückließ und sich nach Frankreich begab, um an der Spitze des 5ten Armeecorps nach Deutschland zurückzukehren, wo er den thätigsten Antheil an der Schlacht bei Lützen nahm. Nach der verlornen Schlacht an der Katzbach befehligte Maison den Nachtrab und deckte den Rückzug aufs beste. Bei der Leipziger Schlacht gleich zu Anfang verwundet, fuhr er dennoch fort, mit größter Anstrengung seine Truppen gegen den Feind zu führen. Später erhielt er den Oberbefehl des Armeecorps, das bestimmt war, die Nordgrenze zu decken. Er mußte jedoch der Uebermacht weichen, und zog sich mit den 4000 Mann, die ihm geblieben waren, nach Brüssel zurück. Kurz darauf nahm er eine feste Stellung bei Lille ein, und da er sah, daß der Feind sich begnügte, Antwerpen und die nördlichen Festungen zu beobachten, so umging er plötzlich die Operationslinie der Feinde durch einen forcirten Marsch, und stellte so in der Nacht die Verbindung mit Antwerpen wieder her, wodurch es ihm zugleich möglich wurde, die Division des General Roget an sich zu ziehen, worauf er die Generale Thielemann und Wallmoden an demselben Tage bei Courtrai schlug, an dem die Alliirten in Paris einzogen. Auf die Nachricht von der Abdankung Napoleons unterwarf er sich der neuen Regierung, wurde zum französischen Pair und Gouverneur von Paris ernannt, und erhielt später das Gouvernement der 8. Militärdivision.


Quellen und Literatur.

  • Dr. R. Fl. Leidenfrost's französischer Heldensaal oder Leben, Thaten und jetzige Schicksale der denkwürdigsten Heroen der Republik und des Kaiserreichs, insonderheit der Waffengefährten und Marschälle Napoleons. Ilmenau, 1828. Druck und Verlag von Beruh. Friedr. Voigt.