Nikolai Petrowitsch Rumjanzew

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Graf Nicolaus von Romanzow.

Romanzow (Graf Nicolaus von) russischer Senator, Mitglied des Staatsraths, Minister der auswärtigen Angelegenheiten und des Commerzes, Generaldirektor der Wasserverbindungen und des Strassenbaues, Ritter der russischen Orden xc.

Dieser thätigen Mann, der schon einige Jahre das Commerzministerium führte und im vorigen Jahre auch zum Minister der auswärtigen Angelegenheiten ernannt wurde, begleitete den Kaiser Alexander auf seiner Reise nach Erfurt, ging dann nach Paris, um einen Frieden mit England zu unterhandeln; da dieser aber nicht zu Stande kam, kehrte er im Anfange dieses Jahres nach Petersburg zurück, wo er bedeutenden Einfluß auf alle Staatsangelegenheiten hat.


Graf Nicolaus Romanzow.

Romanzow (Graf Nicolaus), russischer Kanzler und vorher Minister des auswärtigen Angelegenheiten, ist der Sohn des Feldmarschalls Peter Romanzow, der die Regierung Catharinens durch seine Siege über die Türken so glänzend verherrlichte.

Früher Minister des Handels, hat er durch die einsichtsvollsten Maaßregeln die großen Ideen Alexanders zur Beförderung des in- und ausländischen Verkehrs, namentlich in Beziehung auf Odessa, thätig befördert. Uebrigens galt er für einen Anhänger Napoleons, und 1807, als Graf Kolschubey das Portefeuille des Departements der auswärtigen Angelegenheiten abgegeben hatte, wurde Graf Romanzow an dessen Stelle ernannt. Er behielt diesen Posten, so lange das gute Verhältniß Rußlands mit Frankreich fortdauerte, blieb seitdem ohne höhere Anstellung, und lebt den Wissenschaften.



Sein Bruder, Michael Paul, Graf Romanzow eröffnete seine diplomatische Laufbahn als Gesandter am Berliner Hofe.

1808 begleitete er den Kaiser Alexander zu der berüchtigten Zusammenkunft in Erfurt, übernahm nach derselben zur Einleitung des Friedens mit England eine Sendung nach Paris, wo er mehrere Noten mit dem englischen Cabinet im Charakter der Diplomatik jener unglücklichen und verwirrten Zeit wechselte, und kehrte im März des nächsten Jahrs ohne Erfolg von Paris zurück.

Er wurde hierauf zu den Friedensunterhandlungen mit Schweden gebraucht, und schloß am 5. Sept. desselben Jahrs (1809) den Frieden von Friedrichsham ab, durch welchen Rußland Finnland und die Alandschen Inseln erwarb.

Während der Feldzüge von 1813 - 1814 blieb er in Petersburg, und an der Spitze des Departements des auswärtigen Angelegenheiten, die jedoch im Feldlager des Kaisers von diesem selbst geleitet wurden. Nach der Rückkehr desselben gab er das Portefeuille an den Grafen Nesselrode ab.

Seitdem lebt Graf Romanzow von den öffentlichen Angelegenheiten entfernt, und widmet sein Leben und seine große Reichthümer patriotischen und wissenschaftlichen Unternehmungen. Namentlich hat er großen Theil an der Einführung des Bell-Lancasterschen Unterrichts; auf seine Kosten wurde die Reise um die Welt durch Moritz v. Kotzebue ausgeführt.

Canova verfertigte für ihn 1817 eine Colossal-Statue des Friedens, in der einen Hand einen Oelzweig haltend und mit der andern sich auf eine Säule stützend, welche die Inschrift hat: Frieden zu Abo 1743; Frieden zu Rudschuck-Kainardji 1774; Frieden zu Friedrichsham 1809, und an den seltenen Umstand erinnert, daß drei der wichtigsten Friedensschlüsse Rußlands von Großvater, Vater und Sohn geschlossen wurden.


Zeitungsnachrichten.

1809.

Petersburg, den 15. März. Der Minister, Graf Romanzow, ist vorgestern von Paris zurückgekommen.


Quellen und Literatur.

  • Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811. In Commission bey Peter Hammer.
  • Conversations-Lexicon oder encyclopädisches Handwörterbuch für gebildete Stände. Stuttgart bei A. F. Macklot. 1816.
  • Hanauer Neue Europäische Zeitung 1809.