Pedro Cevallos Guerra

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Don Pedro Cevallos.

Cevallos, Don Pedro, spanischer Minister, stammt aus einer alten Familie in Altcastilien ab.

Er studirte zu Valladolid, und nachdem er hier seine Studien beendigt hatte, war er eine Zeitlang Gesandtschaftssekretär zu Lissabon, heirathete späterhin eine Anverwandte des Principe de la Paz, und bekam die Gesandtenstelle zu Neapel, wohin er aber nicht abgieng, weil ein Mißverständniß zwischen beyden Höfen entstanden war.

Nachmahls wurde er Minister der auswärtigen Angelegenheiten, wo er sehr viel Vorsicht und Mässigung zeigte. Jedoch glaubte man, daß er wenig mehr als ein Werkzeug seines Gönners, des Principe de la Paz sey. Später trat er auf die Seite des Prinzen von Asturien, gieng mit diesem nach Bayonne und hatte mehrere Unterredungen mit Kaiser Napoleon. Nun stellte er sich, als wenn er auf die Seite des neuen Königs Joseph trete, ward Staatsrath im Innern und ging nach Madrid. Von hier entfernte er sich und vereinigte sich mit der spanischen Junta, die ihn jetzt in ihren Angelegenheiten nach London gesandt hat.


Don Pedro Cevallos..

Cevallos (Don Pedro). Dieser berühmte spanische Minister stammt aus einer alten Familie von Alt-Castilien. Nachdem er seine Studien zu Valladolid beendigt hatte, war er eine Zeit lang Gesandtschaftssecretär zu Lissabon, vermählte sich späterhin mit einer Anverwandten des Friedensfürsten und ward zum Gesandten am neapolitanischen Hofe ernannt, wohin er jedoch nicht abging, da zwischen beiden Höfen ein Mißverständniß entstanden war. Nachher wurde er Minister der auswärtigen Angelegenheiten, und leitete dieselben mit weiser Vorsicht und Mäßigung.

Er schien den Ansichten seines Gönners, des Friedensfürsten, zu folgen. Als aber Napoleons Ränke den madrider Hof zu verwirren anfingen, trat er auf die Seite des Prinzen von Asturien, auf den allein alle spanischen Patrioten, welche die Unabhängigkeit ihres Vaterlandes liebten, ihre Hoffnung setzten konnten. Er begleitete denselben nach Bayonne, war Augenzeuge der dortigen Begebenheiten, und mußte aus Klugheit dem Verlangen Joseph Buonaparte's scheinbar nachgeben, als Staatsrath des Innern in seine Dienste zu treten. Dieser glaubte durch den Beitritt eines Mannes von so großer Popularität wie Cevallos seiner Sache eine bedeutende Stütze gewonnen zu haben.

Cevallos war aber kaum in Madrid angekommen, als er sich gegen den aufgedrungnen König erklärte und mit der spanischen Junta vereinigte, in deren Angelegenheiten er nach London ging. Hier gab er ein Werk über die Angelegenheiten Spaniens im J. 1808, besonders über die Verhandlungen zu Bayonne heraus, das Niemand ohne den tiefsten Abscheu gegen den damaligen Tyrannen Frankreichs und Europa's gelesen haben wird. Früher war die schändliche Politik Buonaparte's noch nie in einem so hellen Lichte gezeigt worden. Er hat seitdem der Sache Ferdinands und seines Vaterlandes mit Eifer zu dienen fortgefahren.

Er bekleidete während der Dauer des spanischen Befreiungskrieges die wichtigsten Posten, und auch nach der Zurückkehr Ferdinands VII. ist es ihm gelungen, bei demselben fast ununterbrochen einen großen Einfluß zu behaupten.

Durch ein eigenes Decret vom 15ten Oct. 1816 wurde Cevallos autorisirt zum ewigen Gedächtniß an seine Treue, die er dem Könige bewiesen, eine daran erinnernde Devise zu wählen, die er seinem Familienwappen zufügen solle. Er wählte die: Pontifice ac Rege aeque defensis.

Einige Wochen nachher scheint er jedoch schon wieder die Gunst des Königs verloren zu haben, indem er vom Posten des Staatssecretärs entfernt und nach Neapel als Gesandter geschickt wurde.


Quellen und Literatur.

  • Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811. In Commission bey Peter Hammer.
  • Conversations-Lexicon oder encyclopädisches Handwörterbuch für gebildete Stände. Stuttgart bei A. F. Macklot. 1816.