Philipp von Cobenzl

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Cobenzl (J. Philipp Graf von), geb. den 28. Mai 1741.

Hof und Staats-Vicekanzler unter Joseph II. und Leopold II. bis zu dem Tode des Kanzlers Fürsten Kaunitz. Bei den Friedensunterhandlungen zu Teschen 1779 war er österreichischer Seits bevollmächtigter Minister.

Bei den Unruhen in Brabant begab er sich dahin, um Unterhandlungen zu eröffnen; allein die Stände weigerten sich, ihn anzunehmen, und nöthigten ihn, sich nach Luxemburg zurückzuziehen, wo er eine Erklärung erschienen ließ, nach welcher der Kaiser alle Edikte widerrief, welche die Unruhen veranlasst hatten, und begab er sich auf seine Güter und schien allen Einfluß aufgegeben zu haben bis zu dem Frieden von Lüneville, wo er in der Eigenschaft eines außerordentlichen Botschafters eine Sendung nach Paris erhielt.

Nach dem Ausbruche der Feindseligkeiten 1805 verließ er Paris im Monat November desselben Jahrs, und lebte darauf in Wien, wo er am 30. August 1810 im 70sten Jahre starb, nachdem er seinen Vetter, den Grafen von Corronini, zum Erben seiner Güter in Oesterreich und Illyrien eingesetzt hatte. Mit ihm erlosch die Familie Cobenzl.


Quellen und Literatur.

  • Conversations-Lexicon oder encyclopädisches Handwörterbuch für gebildete Stände. Stuttgart bei A. F. Macklot. 1816.