Pierre-Augustin Hulin

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Hullin, französischer Divisions-General, Kommandant der Ehrenlegion ect.

Er war es, der am 14 Julius 1789 zuerst zwei Compagnien der Pariser National-Garde vermochte, mit drei Kanonen gegen die Bastille zu ziehen. Er sprang selbst einer der ersten über die Zugbrücke, drang in das Innere der Feste, ergriff den Gouverneur, und führte ihn auf das Rathhaus, wo er ihn, so viel er sich auch seine Vertheidigung angelegen seyn liess, musste morden sehen. Den folgenden 4. Oktober wurde er zum Oberkommandanten der Nationalgarde ernannt, die nach Versailles zog, um den König aufzuheben. Eben so zeichnete er sich am 10. August 1792 aus. Unter der Schreckensregierung kam er in Verhaft, und erhielt erst nach dem 9. Thermidor seine Freiheit wieder.

Er trat hierauf wieder in Dienste, wohnte den Feldzügen in Italien unter Buonaparte in der Eigenschaft eines Generaladjudanten bei, und war 1798 Kommandant von Mailand. 1799 kommandirte er in Bologna, und war nach der Schlacht an der Trebia genöthigt, in Folge einer ehrenvollen Kapitulation mit dem General Klenau, die Stadt zu räumen. Nachdem er Gesandter bei der Regierung von Genua gewesen war, wurde er im Februar 1800 bei der Reserve angestellt, die über den Berg St. Bernhard nach Italien ging, und hatte einige Zeit das Kommando der Stadt Mailand. Kurz darauf stieg er zum Divisinos-General empor und ward Kommandant der Grenadiere der Consulargarde.

Den 22. Floreal 1804 präsidirte er die Militärkommission zu Vincennes welche den Herzog von Enghien zum Tode verurtheilte, wodurch er den Bourbonen ewig ein Gegenstand der Verabscheuung seyn wird.

Zu Ende 1805 kam er zur grossen Armee nach Deutschland, that sich bei mehreren Gelegenheiten hervor und wurde zum Kommandanten von Wien ernannt. Dieselbe Stelle bekleidete er auch in Berlin seit dem Oktober 1806 und erwarb sich durch seine Unparteilichkeit und Rechtlichkeit Ansprüche auf die Dankbarkeit der Einwohner. Nach dem Tilsiter Frieden ging er nach Paris zurück, wo er die Stelle als Kommandant erhielt.

Nach der Rückkunft Ludwigs XVIII. in seine Hauptstadt gab man Hullin den wohlgemeinten Rath, Paris zu verlassen.


Die Wetterfahnen Frankreichs.

Hüllin. Einer der Bastille-Stürmer. Er war es, sagen die Nummern 22 und 70 des Moniteurs von 1789 der den unglücklichen De Launay entwaffnet nach dem Stadthause führte, als ihn der wüthende Pöbel erwürgte.

Reichsgraf; Gouverneur von Berlin; Kommandant von Wien. Am 5. August 1807 vom Kaiser zum Divisionsgeneral ernannt; Kommandeur der Ehrenlegion; Ritter des Preussischen Schwarzen-Adler-Ordens; Kommandant der Ersten Militairdivision und der Stadt Paris.

Auszug eines Schreibens des Divisions-Generals, Grafen Hüllin an den Prinzen von Benevent.
"Von dem, dem Kaiser geleisteten Eid der Treue nun mit meinem Generalstabe entbunden, beeilen wir uns, den durch die Neue Regierung verfügten Maassregeln beyzutreten.
"Meine Grundsätze sind unwandelbar; mein Vaterland hat auf mich den ersten Anspruch; überzeugt, dass die neue Ordnung der Dinge seine Glück begründet, bitte ich E. H. das Organ meiner Gesinnungen für den Staat, und meiner Ergebenheit gegen meinen neuen Fürsten, seyn zu wollen. Ich schreibe an S. E. den Kriegsminister, um ihn von diesem meinem Schritte, an welchen sich alle Offiziere meines Generalstabs anschliessen, zu benachrichtigen. Ich bitte zu gleicher Zeit den Herrn General Dupont, mir seine Befehle zugehen zu lassen."

Er war Präsident des Kriegsgerichts, welches den Herzog von Enghien zum Tode verurtheilte. -- Nach des Kaisers Rückkehr übernahm er augenblicklich wieder das Kommando über die Stadt Paris (21. März 1815.)


Quellen und Literatur.

  • Gallerie der merkwürdigsten Personen des Hofes und Cabinets zu St. Cloud. Amsterdam und Cöln, bei Peter Hammer, 1815.
  • Die Wetterfahnen Frankreichs oder unsere Zeitgenossen, wie sie sind. Herausgegeben von einer Wetterfahnen-Gesellschaft. Leipzig, bey Gerhard Fleischer dem Jüngern. 1816.