Pierre-Joseph Briot

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Briot (P. J.), gebohren 1771 zu Orchamps in der Franche Comté, ward 1789 als Advokat zugelassen und erhielt zu Ende 1790 den Lehrstuhl der Rhetorik am Kollegium zu Besançon. 1792 begab er sich mit dem größten Theile seiner Schüler unter ein Bataillon Freywilliger. Als er nach Besançon zurückkam, war er wieder Professor und machte sich unter den Volkszusammenkünften bemerkt.

Er schrieb ein Journal gegen Robespierre und Marat, und man gab ihm Schuld, daß er es mit der Gironde-Parthey halte. Auf Anzeige des jungen Robespierre, mit dem er sich überworfen, und weil der Revolutions-Ausschuß ohnedem an ihm noch etwas zu ahnden hatte, ward er arretirt, erhielt aber durch den 9ten Thermidor seine Freyheit wieder.

Briot zeigte sich nunmehr als einen der eifrigsten Partheygänger der Demagogen, die durch die Reaction verfolgt wurden, und war genötigt, sich nach Paris zu flüchten, wo man ihn als einen Terroristen verhaftete.

Nachdem er durch die Amnestie vom 4ten Brümaire wieder auf freyen Fuß gesetzt worden war, bekam er in der Kanzley des Polizeyministers eine Anstellung, und ward hierauf zum Munizipalitäts-Offizier in Besançon gewählt.

Zwey Monathe darauf wurde er als Lieferungsbedrücker verfolgt, gieng unter das 8te Husaren-Regiment und gerieth bey Moreaus Rückzuge in Oesterreichische Gefangenschaft. Aus dieser gelang es ihm zu entkommen, und er ward im Februar 1798 vom Direktorium zum öffentlichen Ankläger zu Doubs ernannt. Auf diesem Platze blieb er bis zur Wahl des Jahres 6, die ihn zum Deputirten beym Rath der 500 bestimmte.

Nach dem 18ten Brümaire ward der Präfectur zu Doubs und sodann Gouvernementskommissär auf der Insel Elbe, von wo er aber zu Ende 1803, Mißverständniße mit dem General Ruska halber, zurückberufen worden ist.


Quellen und Literatur.

  • Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811. In Commission bey Peter Hammer.