Pierre Cambronne

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Cambrone.

Cambrone ist durchaus aus keinen früheren Ereignissen bekannt. Er kam als Oberster mit Bonaparte von Elba zurück, und machte den letzten Feldzug mit, in welchem er einen Theil der Garde befehligte, und bei einer Aufforderung, sich zu ergeben, das schöne Wort sagte: "die Garde ergibt sich nicht, sie stirbt!" (s. diese Zeitschrift, Oktober - Heft 1815, S. 125.) Er ist neuerlich von den Engländern ausgeliefert worden.


Pierre Jacques Etienne, Baron Cambronne.

Cambrone.

Maréchal de camp, geb. zu Saint Sebastian bei Nantes in Bretagne, den 26. Dec. 1770.

Cambronne war der Sohn eines Kaufmanns, trat beim Ausbruch der Revolution in die Nationalgarde und machte hierauf den Krieg in der Vendée mit, wobei er öfters Gelegenheit fand unglücklichen Royalisten das Leben zu retten. Vorzüglich war dieß nach dem Gefechte bei Quiboron (1795) der Fall, indem er mehrere Emigranten der Wuth der Tribunale entzog. Nach wiedergekehrte Ruhe in der Vendée, diente er in der Armee Massena's als Capitän in der 46. Halbbrigade und zeichnete sich bei Zürich und (27. Juli 1800) im Gefecht bei Oberhausen aus, wo der unverzagte Latour d'Auvergne Corret, der erste Grenadier der französische Armee, seinen Tod fand und nahm darauf dessen Stelle ein. Als Oberster wohnte er den Feldzügen gegen Preußen und Oestreich (1809) bei, so wie als Gardemajor im dritten Voltigeur-Regimente dem Zuge nach Rußland und wieder zurück und darauf (1813) in Sachsen, nachdem ihn der Kaiser zum Baron und zum Comthur der Ehrenlegion (6. April 1813) ernannt hatte. Zur Belohnung für vielfältige Dienste erhob ihn Napoleon hierauf (14. Sept.) zum Brigadegeneral und als solcher befand er sich (6. März 1814) in der Schlacht bei Craone und (30.) unter den Mauern von Paris. Als darauf Napoleon die Kaiserwürde niederlegte, bat Cambronne um die Erlaubniß, ihn nach Elba begleiten zu dürfen und erhielt sie. Buonaparte übertrug ihm daselbst die Commandantenstelle von Porto-Ferrajo, so wie er ihm (März 1815) den Oberbefehl über die Avantgarde seines kleinen Haufens anvertraute, womit er in Frankreich landete. Cambronne bemächtigte sich (5.) der Städte Sisteron und Grasse und begleitete dann Napoleon bis nach Paris. Buonaparte ernannte ihn hierauf zum Generallieutenant, Großoffizier der Ehrenlegion, Grafen und Pair von Frankreich, allein Ludwig XVIII. bestätigte später diese Ernennung nicht. In der Schlacht von Waterloo befehligte Cambronne eine Division der kaiserliche Garde, die fast ganz vernichtet wurde. Von den Feinden gänzlich umringt und aufgefordert die Waffen zu strecken, antwortete Cambronne in ihrem Namen: "die Garde stirbt, aber die ergibt sich nicht!" Er fiel in der Mitte der Seinen von Wunden bedeckt und so fanden ihn die Engländer. Da sie doch noch einiges Leben in ihm bemerkten, ward er in ein Hospital gebracht und glücklich gerettet. Durch die königliche Ordonanz vom 24. Juli wurde er, weil er Frankreich mit den Waffen in der Hand angefallen vor ein Kriegsgericht gestellt, vor dem er nach Beendigung seiner Gefangenschaft in England zu Ende Sept. selbst erschien. Er ward freigesprochen, weil er Zeugnisse seines Edelmuths und seiner menschenfreundliche Gesinnung beibringen konnte, und ist jetzt Maréchal de camp zu Lille.


Quellen und Literatur.

  • Minerva Ein Journal historischen und politischen Inhalts. Für das Jahr 1816. Leipzig in der Expedition der Minerva.
  • Dr. R. Fl. Leidenfrost's französischer Heldensaal oder Leben, Thaten und jetzige Schicksale der denkwürdigsten Heroen der Republik und des Kaiserreichs, insonderheit der Waffengefährten und Marschälle Napoleons. Ilmenau, 1828. Druck und Verlag von Beruh. Friedr. Voigt.