Pierre Henri Hélène Lebrun-Tondu

From NapoleonWiki
Jump to: navigation, search

Lebrun-Tondu, (Peter Heinrich Marie) Minister der auswärtigen Angelegenheiten.

Er war von dem Kapitel Royon in das Kollegium von Louis-le-Grand gebracht worden, wurde in Paris erzogen und unter dem Namen des Abts Tondü gekannt. Da er dem geistlichen Stande, dem er sich hatte widmen wollen, entsagte, bekam er eine von den Stellen im Observatorium, welche der König für junge Leute, die zu mathematischen Wissenschaften Fähigkeiten zeigten, unterhielt. Kurz darauf ließ er sich als Soldat anwerben, und Ludwig XVI. ließ ihn wieder losgeben.

Bald darnach ging er in die Niederlande, machte anfangs den Buchdrucker, sodann den Journalisten und spielte 1787 eine kleine Rolle bey der Revolution in Lüttich, weßhalb er auch 1791 an der Spitze einer Deputation von Patrioten dieser Stadt an den Schranken der National-Versammlung erschien.

Die Gunst Dümouriez und der Brissotisten brachte ihn in die Kanzley der auswärtigen Angelegenheiten, und der Patriotism, den er fortwährend auf seinem Posten zeigte, bewog sie, ihn nach dem 10. August 1792 zum Minister zu erheben.

Allein den 10. März 1793 klagte ihn Robespierre förmlich an, den Krieg mit England veranlaßt und keine Maaßregeln zur Führung desselben genommen zu haben. Den 22. Juny ließ der Sicherheitsausschuß seinen Prozeß beschließen und ihn mit seinem Kollegen Clavière, als zu der Faction der Staatsmänner gehörend, arretiren; und den 27. Dezember sprach das Revolutions-Gericht sein Todesurtheil aus.

Quellen und Literatur

  • Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811. In Commission bey Peter Hammer.