René-Pierre Choudieu

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Choudieu (P.), gebohren zu Angers, ward 1791 zum Deputirten bey der gesetzgebenden Versammlung ernannt.

Im Juny 1792 verlangte er im Nahmen der Einwohner von Angers die Entthronung Ludwigs XVI.

Zum Nationalkonvent ernannt, bestritt er den Vorschlag, alle Bourbons zu vertreiben, weil dadurch in der Person des Herzogs von Orleans die Grundsätze der Volkssouverainetät verletzt würden.

Im März 1793 erhielt er eine Sendung nach der Vendee, und im folgenden Jahr gieng Choudieu zu der Nord- und Ardennenarmee.

Nach dem 9ten Thermidor stemmte er sich mit Hartnäckigkeit, den Fall des Berges aufzuhalten. Auf Verlangen Frerons und Bourdons von Oise wurde sein Verhaft beschlossen, weil er als Urheber der Ereignisse vom 12ten Germ. (1sten Aprill) in Verdacht war. Er wurde auf das Schloß Ham gebracht, kam aber durch die Amnestie, womit sich die Sitzung des Konvents schloß, wieder in Freyheit und lebte zu Paris in der Unbemerktheit, bis zum Falle der Direktoren Merlin, Réveillère und Treilhard. Nach diesem erschien er wieder, ward von dem Kriegsminister Bernadotte als Divisionschef in seine Kanzley genommen, und zeigte sich unter den Demagogen in der Reitschule. In der Zahl derer begriffen, die nach dem 3ten Nivose deportirt werden sollten, flüchtete er sich nach Holland, wo er sich noch 1806 befand und Buchhändlersgeschäfte trieb.


Quellen und Literatur.

  • Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811. In Commission bey Peter Hammer.