Richard d’Alton

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Alton (Richard d') Kommandeur des Marien Theresien Ordens, Kammerherr, Staatsrath, k. k. General der Infanterie in österreichischen Diensten.

Gegen Ende des Jahres 1787 ward er an Murray's Stelle zum General der Truppen in den Niederlanden ernannt. Seine Pünktlichkeit und Strenge erwarben ihm unter den Brabantern wenig Liebe.

Da er eben zur Zeit der Unruhen in diesen Provinzen kommandirte, so hatte er anfangs im November 1789 einige Vortheile über die Patrioten bey Tirlemont; allein gegen Ende des Dezembers zog er seine Macht gegen Brüssel und verdoppelte, nach der Einnahme von Gent durch die Patrioten, seine Vorsichtsmaßregeln, ließ das Pflaster in einem Theile der Stadt ausreissen, durch die Strassen Laufgräben ziehen und Artillerie in den Park aufpflanzen. Er errichtete eine Legion unter seinem Nahmen und vereinigte sie mit den kaiserlichen Truppen. Bey dem Aufstande in Brüssel selbst brachte ihm der Banquier Walquiers die Nachricht, daß 15,000 Mann Patrioten von Waterloo her vorrückten; ohne dieses Gerücht, daß ohne Grund war, zu untersuchen, zog er sich zurück und verließ den Schatz, die Kanzley und die Papiere des Gouvernements. Dieß geschah den 12ten Dezember, daß er mit einem Truppenkorps von 5000 Mann aus Brüssel zog.

Die Offiziere seiner Armee machten ihm den Vorwurf, zu viel Schwäche verrathen und dadurch den Muth der Rebellen belebt zu haben. Er verließ bald darauf die Armee, um nach Wien zu gehen, starb aber auf der Reise.

Quellen und Literatur

  • Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811. In Commission bey Peter Hammer.