Schlacht von Novi

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Schlacht bei Novi.

Der 15. August 1799.

Zur Entscheidungsschlacht bei Novi in Italien 1799 führte Suwarow die österreichisch-russische Armee, Joubert die französische als Oberfeldherrn. Unter dem erstern dienten die österreichischen Generäle Kray, Melas, Bellegarde, Ott, Lichtenstein, Frelich; die russischen Rosenberg, Derfelden, Bagration, Miloradovich, Foerster und Schweikowsky als Corps- und Divisions-Commandanten. Unter Joubert, Moreau, Perignon, St. Cyr, Desolles, Vatrin, Laboissieres, Grouchy und Lemoine. Beide Armeen waren sich an Zahl von 45,000 beinahe gleich. Mehr Reiterey hatten die Verbündeten, mehr Fussvolk die Franzosen. Die Russen standen im Centrum, die Oesterreicher unter Kray auf dem rechten, unter Melas auf dem linken Flügel der Schlachtlinie.

Am 15. August mit Tagesanbruch eröffnete Kray das blutige Schauspiel des Tages, und wurde nach einem mehrstündigen Kampfe, wo Joubert die Reserven mit ins Gefecht zog, da er auf den übrigen Punkten seiner Stellung nicht beunruhigt ward, ungeachtete des muthigsten Widerstandes etwas zurückgedrängt. Bei diesem Angriff fiel der französischen Oberfeldherr, und Moreau übernahm das Commando. Erst nach 9 Uhr rückten die Russen zum Angriff von Novi heran, wurden aber ungeachtet der grössten Tapferkeit, mit der sie den Angriff ausführten, zurückgewiesen. Auch Kray hatte das Gefecht auf dem rechten Flügel erneuert, und die französische Division Lemoin und Grouchy geworfen, musste aber bei dem Zurückweichen des Mittelpunkts die errungenen Vortheile wieder aufgeben. Die Erschöpfung und die Mittagsgluth nöthigte die Kämpfer zu einer Pause. Ein neuer Angriff auf die unangreifbare Novi misslang den Russen abermahls. Glücklicher griffen Kray's Truppen, die itzt 11 Stunden im Feuer waren, ihrerseits an, und behaupteten sich auf den Höhen. Melas machte unterdessen auf dem linken Flügel mit einem Theil der Seinigen eine Bewegung auf der rechten Seite des Feindes, mit dem andern unterstützte er die Russen, mit denen Bagration wieder vorrückte.

Gegen Abend war die französische Armee im vollen Rückzug. Der Kampf mit ihrem Nachtrab dauerte bis in die Nacht. Sie verlor an Todten, Verwundeten und Gefangenen über 12,000 Mann, 22 Geschütze, 28 Munitionskarren und 4 Fahnen. Die Generäle Grouchy, Perignon, Colli waren gefangen. Der Verlust der Verbündeten betrug bei 8250 an Todten , Verwundeten und Vermissten.

Es war die blutigste Schlacht seit dem Beginn des Revolutionskrieges. Sie wäre weniger hartnäckig geworden, wenn in dem Plan derselben mehr Zusammenhang und Uibereinstimmung gewesen wäre. Auch opferte Suwarow durch die wüthenden Stürme seiner Russen auf Novi zwecklos viele derselben, da eine Umgehung der Stellung ihn früher und leichter zum Sieg geführt haben würde.


Quellen und Literatur.

  • Historischer Militair-Almanach des 16. 17. 18. und 19. Jahrhunderts. Mit besonderer Hinsicht auf das letztere, und den oesterreichischen Kaiserstaat. Mit 15 Portraits, für Freunde der neueren und neuesten Kriegsgeschichte von Johann Ritter von Rittersberg. Prag bei C. W. Enders 1825.