Schweinfurt

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Schweinfurt, ehemalige freye Reichsstadt, im Fränkischen Kreis, am Mayn, war mit ihrem Gebiete von dem Hochstift Würzburg umgeben.

Man findet schon im 8ten Jahrhundert von ihr Nachricht. Sie lag damals etwas weiter ostwärts, in der nun mit Gärten und Weinbergen angebauten Gegend am Mayn, welches die Altstadt genennt wird. Da diese ruinirt war, so wurde im 13ten Jahrhundert die jetzige Stadt angelegt. Sie enthält 879 Bürgerhäuser und 21 öffentliche Gebäude, 3 Kirchen, ein schönes Rathhaus, ein vor dem Einbruch der Franzosen von dem Rathe weislich geleertes Zeughaus, eine große Mahlmühle von 16 Gängen am Mayn, eine bedeckte und unbedeckte hölzerne Brücke über diesen Fluß, welcher hier 672 Fuß breit ist, 5100 Einwohner, und auf ihrem kleinen Gebiete von 1 QM. ausser der beträchtlichen Waldungen 4 Dörfer und 2 Höfe, mit ungefähr 600 Einwohnern.

Die vorzüglichste Nahrung verschaft den Bürgern der ergiebige Weizen- und Weinbau; es sind aber auch eine Bleiweis- und einige Tabakmanufakturen in der Stadt, auch verschaft ihr die günstige Lage einen nicht unbedeutenden Speditionshandel.

Ihr Rath bestund aus 16 Personen. Diese wählten den Reichsvogt, der sodann von dem Reichshofrath, im Namen des Kaisers mit der Reichsvogtey beliehen wurde.

Die Stadt ist der evangelischen Religion zugethan, und hatte ein ansehnliches, jezt in eine Mittelschule verwandeltes Gymnasium, dessen Stifter König Gustav Adolf von Schweden war.

Auf dem Reichstage hatte Schweinfurt, auf der schwäbischen Bank, die 19te, und unter den Reichsstädten des fränkischen Kreises die 4te Stelle. Zu einem Römermonathe gab sie 34 fl., und zu einem Kammerziel 84 Thlr. 52 kr.

Ihr Wappen ist ein schwarzer Adler im silbernen Felde.

Im Jahr 1802 wurde diese Reichsstadt zu den Entschädigungen des Hauses Baiern gezogen, und gehörte zum Maynkreise; bey den Ausgleichungen im Jahr 1810 kam sie aber mit ihrem Gebiethe an Würzburg.


Quellen und Literatur.

  • Geographisch- Historisch- Statistisches Zeitungs-Lexikon von Wolfgang Jäger, Professor der Geschichte zu Landshut. Landshut, bei Philipp Krüll, Universitätsbuchhändler. 1811.