Schwerin

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Schwerin ist die Haupt- und Residenzstadt des Großherzogthums Meklenburg-Schwerin. Sie liegt in einer sehr angenehmen Gegend, an einem großen und fischreichen, nach ihr benannten See.

Das herzogliche Residenzschloß, von gothischer Bauart, liegt auf einer Insel dieses Sees, und hängt mit der Stadt durch eine Zugbrücke zusammen. Die vortreffliche Gemähldegallerie, das Münz- und Alterthümercabinet und der schöne Lustgarten, welcher aber während des Krieges von 1813 gelitten hat, sind sehenswerth.

Die Stadt selbst ist sehr gut gebauet, hat beträchtlichen Handel und ungefähr (die Schelfe nicht mitgerechnet) 11,500 Einwohner. Sie ist zugleich der Sitz des Geheimenrathscollegiums, einer Justizkanzlei, eines Kammercollegiums, der Reluitions- und Rentkammer, und anderer Behörden.

Die Schelfe ist eine Stadt für sich, gehört zum Fürstenthum Schwerin, und hat auch ihren besondern Magistrat. Sie hängt aber mit Schwerin so genau zusammen, daß sie beide gemeiniglich als eine Stadt betrachtet werden. Die Schelfe hat etwa 3500 Einwohner.

In beiden Städten sind noch zu bemerken: die Domkirche und Domschule auf der Schelfe, die neustädter und die Schloßkirche, welch sämmtlich den Lutheranern gehören. Die Catholiken haben in Schwerin gleichfalls eine sehr schöne Kirche, und zwei Prediger. die Reformirten feiern ihren Gottesdienst aber in Privathäusern, wozu ein Prediger aus Bützow alle Vierteljahr hinkommen muß. Die Juden haben hingegen eine bedeutende Synagoge.

Quellen und Literatur

  • Conversations-Lexicon oder encyclopädisches Handwörterbuch für gebildete Stände. Stuttgart bei A. F. Macklot. 1816.