Van Eupen

Aus NapoleonWiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Van-Eupen, Kanonikus und Groß-Pönitentiarius zu Antwerpen.

Ein Liebeshandel hatte ihn genöthigt, sich nach Holland zurückzuziehen, wo er anfangs den Illuminaten machte; nachher nahm er an den Unruhen in den Niederlanden Theil und ward einer der thätigsten Unruhstifter. Er hatte damals ungefähr 40 Jahr.

Er bildete zu Breda einen Ausschuß, der mit dem Hasseltschen korrespondirte, trat bey guter Zeit der Partey Van der Noots bey, erhielt über diesen viele Gewalt und wurde von ihm beauftragt, mit Holland und den Flandrischen Ständen zu unterhandeln. Durch seine größere Gelassenheit und Gewandtheit ward er, so zu sagen, der Führer Van der Noots in den schwierigsten Augenblicken, und zog ihn, durch seine Geistesgegenwart, aus mehrern kritischen Lagen, wo er den Anstrengungen der Vonkisten unterlegen wäre. Er war es, der den preußischen General Schönfeld vorschlug, um ihn dem Van der Mersch entgegen zu stellen, und der auf diese Weise zu dem Sturze diesen letztern, von dem er jederzeit der erbitterste Gegner war, viel beytrug. Er wurde sodann Sekretair der brabanter Stände und bekleidete dieses Stelle bis zum Ende der Unruhen.

Den 13. November 1790 schlug er vor, auf ein Kruzifix zu beeiden, daß die von Oesterreich gemachten Anerbieten nicht angenommen werden sollten. Van der Noot schien ihn unterstützen zu wollen, die andern Mitglieder beschlossen aber im Gegentheil, mit ihrem Souverain zu unterhandeln. Nach dem Abfalle des Generals Schönfeld flüchtete sich Van Eupen aus Furcht, in die Hände der Oesterreicher zu fallen, in den ersten Tagen des Dezembers nach Holland.

Nach der Eroberung der Niederlande durch die Franzosen war er in sein Vaterland zurückgekehrt, wollte durch das Ansehen, welches ihm die Religion gab, von neuen eine Rolle spielen, ward aber auf Befehl des Direktoriums nach Guyanna deportirt, wo er 1798 seine Tage endigte.


Quellen und Literatur.

  • Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811. In Commission bey Peter Hammer.