Vinzenz Ferrerius von Bianchi

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Bianchi, kaiserlich österreichischer Feldmarschall.

Bianchi, berühmt durch seinen glücklichen Feldzug gegen Murat im J. 1815.

Schon früher hatte er sich vortheilhaft ausgezeichnet, namentlich in der Leipziger Völkerschlacht 1813. Beim Einrücken der Alliirten in Frankreich 1814 kommandirte er ein Corps des linken Flügels, trug zu dem Erfolge bei Bar sur Aube wesentlich bei, und ward sodann gegen Lyon, wo Augereau ihm entgegen stand, gesandt. Er bemächtigte sich dieser Stadt zu derselben Zeit, als die Hauptarmee Paris einnahm.

Bei Bonaparte's Rückkehr von Elba 1815 befand sich Bianchi in Italien, wo er ein Corps in den drei Legationen kommandirte. Hier ward er unerwartet von Murat mit einer überlegenen Heeresmacht angegriffen. Er zog sich daher in guter Ordnung zurück und erreichte den 5ten April Capri. Acht Tage darauf rückte er mit einem beträchtlichen Corps von Bologna auf Florenz und Foligno, um den Neapolitanern den Rückzug abzuschneiden. Dies Mannöver war von entscheidendsten Folgen. Die neapolitanische Armee, in allen Richtungen beunruhigt und bedroht, ließ ihre ganze Artillerie im Stich, und zerstreute sich bald in den Gebirgen. Der Ueberrest endlich capitulirte bei Casa-Lanza. Bianchi drang unaufhaltsam in das Königreich Neapel vor, wo Murats Herrschaft sofort ein Ende nahm. Ferdinand IV. belohnte nach seiner Rückkehr die Dienste des siegreichen Feldherrn mit Ertheilung seiner Orden und des Titels eines Herzogs von Casa-Lanza, verbunden mit einer Dotation von 9000 neapolitanischen Ducaten.

Im J. 1816 erhielt Bianchi das Gouvernement von Galizien.


Quellen und Literatur.

  • Conversations-Lexicon oder encyclopädisches Handwörterbuch für gebildete Stände. Stuttgart bei A. F. Macklot. 1816.