Vogtland

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Vogtland, Landschaft im obersächsischen Kreise, welche gegen Osten an Böhmen und den erzgebirgischen Kreis, gegen Norden an das Fürstenthum Altenburg, gegen Westen an Thüringen und gegen Süden an Franken gränzt, in welchem selbst noch ein Stück des Vogtlandes eingeschlossen ist.

Das ganze Land gehörte bis ins 15te Jahrhundert eignen Herren, welche zugleich Burggrafen von Meisen waren, die fürstliche Würde hatten und sich in mehrere Linien zertheilten. Die eine von ihnen, die Vögte von Weida genannt, verkaufte an die Markgrafen von Meisen, und aus diesem Theile ist in der Folge der heutige Sächsische Neustädter Kreis entstanden. 1560 verpfändete auch Heinrich, Vogt von Plauen, die Aemter Plauen, Voigtsberg und Pausa an das Kurhaus Sachsen, und trat sie 1569 gegen eine Summe Gelds auf ewig ab. Auf diesem Stücke ist der Vogtländische Kreis gebildet worden. Ein südliches Stück in der Gegend von Hof kam an die Burggrafen von Nürnberg; und nur ein Theil des ansehnlichen Landes ist den Nachkommen der alten Reichs-Vögte, den Fürsten und Grafen Reuß geblieben.

Das Land gränzt an das Erzgebirg, ist deswegen auf der Ostseite steinigt und bringt nicht so viele Getreide als zur Nahrung der zahlreichen Einwohner erforderlich ist; die westlichen Theile sind ergiebiger. Im ganzen Lande sind viele Waldungen, große Schafzucht und Flachsbau, der aber in neuern Zeiten durch die häufigen Kattunfabriken gesunken ist. Die Einwohner, von denen sich der größere Theil durch Spinnen und Weben nährt, sind sehr fleißige Leute.


Quellen und Literatur.

  • Geographisch- Historisch- Statistisches Zeitungs-Lexikon von Wolfgang Jäger, Professor der Geschichte zu Landshut. Landshut, bei Philipp Krüll, Universitätsbuchhändler. 1811.