Wilhelm Haas-Münch

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Haas (Wilhelm), Mitglied des großen Raths der Helvetischen Republik, Generalinspector der Helvetischen Artillerie und Brigadechef, geboren zu Basel 1741.

Sein Vater war ein geschickter Schriftgießer und Matrizenschneider, von Nürnberg gebürtig, der sich aber das Baseler Bürgerrecht erwarb. Der Sohn zeigte schon in früher Jugend große Talente für die väterliche Kunst, welche er in der Folge so vervollkommnete, daß seine Schriftgießerei die berühmteste, nicht nur in der Schweiz, sondern auch in ganz Deutschland wurde, indem wirklich die meisten seiner Lettern den Didotschen an Schönheit gleich kamen und einen außerordentlichen Absatz fanden. Er dehnte aber die Schriftgießerei noch weiter aus, und erfand die Kunst, Matritzen zu Landcharten zu gießen, und durch Zusammensetzen derselben sehr genaue Landcharten zu verfertigen, wofür er von der Kaiserin Catharina und dem Könige von Neapel kostbare Geschenke erhielt.

Allein sein unermüdeter Geist schränkte sich nicht auf die unmittelbaren Gegenstände seiner Kunst ein; besonders excellirte er als Ingenieur und Artillerist, und trug vornehmlich zur guten Einrichtung des Baseler Zeughauses bei. Eben so zeichnete er sich durch landwirthschaftliche, und besonders forstwissenschaftliche Kenntnisse aus, und machte ausschließend zu diesem Endzweck im J. 1797 eine Reise durch Deutschland, besonders ins Brandenburgische.

Bei der Revolution wurde er zum Repräsentanten des Cantons Basel in den Helvetischen großen Rath gewählt, und als ältestes Mitglied desselben führte er in der ersten Sitzung das Präsidium. Im Anfange des J. 1799 wurde er zum Generalinspektor der Helvetischen Artillerie mit dem Charakter eines Brigadechefs ernannt, und als solcher commandirte er die Artillerie der Helvetischen Elitenbataillone zu Anfang des Feldzugs jenes Jahrs, errichtete nachher in der Abtei St. Urban eine Artillerieschule und starb im J. 1800.

Quellen und Literatur

  • Conversations-Lexicon oder encyclopädisches Handwörterbuch für gebildete Stände. Stuttgart bei A. F. Macklot. 1816.